Viele Börsianer denken beim Begriff Technische Analyse sofort an Charttechnik bzw. Trendlinien. Jack D. Schwager hat in Bezug auf Trendlinien einige Regeln aufgestellt. Diese werden wir heute betrachten.

Die Regeln

Die folgenden Regeln werden normalerweise auf Trendlinien und Trendkanäle angewendet:

1. Kursrückgänge, die sich einer Aufwärtstrendlinie nähern und Kursrallyes, die sich einer Abwärtstrendlinie nähern, sind oft gute Gelegenheiten, um Positionen in Richtung des vorherrschenden Trends einzugehen.

2. Der Durchbruch durch eine Aufwärtstrendlinie (besonders auf Schlusskursbasis) ist ein Verkaufssignal; der Durchbruch durch eine Abwärtstrendlinie ist ein Kaufsignal. Normalerweise wird ein Mindest-Ausmaß der Kursbewegung oder eine Mindestanzahl von Schlusskursen jenseits der Trendlinie verlangt, um den Durchbruch zu bestätigen.

3. Das untere Ende eines Abwärtstrendkanals und das obere Ende eines Aufwärtstrendkanals repräsentieren potenzielle Gewinnmitnahme-Zonen für kurzfristige Trader.

Daimler AG – Tageschart

Trendlinien und Kanäle sind nützlich, doch wird ihre Bedeutung oft überschätzt. Es ist recht einfach, die Verlässlichkeit von Trendlinien zu überschätzen, wenn sie in der Retroperspektive gezogen werden. Eine Tatsache, die häufig übersehen wird, ist, dass Trendlinien oft neu gezogen werden müssen, während sich eine ausgedehnte Hausse oder Baisse entwickelt.

Der Chart zeigt die Kurs-Entwicklung der Daimler AG auf Tagesbasis. Hier tritt der eben beschriebene Umstand auf. Nämlich, dass der Bruch einer Trendlinie, noch nicht zu einer Trendumkehr führen muss, sondern lediglich die Anpassung notwendig machen kann.

Obwohl der Durchbruch durch eine Trendlinie manchmal ein frühzeitiges Warnsignal einer Trendumkehr ist, kann es genau so gut sein, dass eine solche Entwicklung bloß eine Adjustierung der Trendlinie erfordert.


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