Schön langsam wird es mir ein wenig ungeheuer, denn wie ich jetzt von einem australischen Trader erfahren habe, den ich zufällig auf einem Jetboot kennengelernt habe (hier lernt man jeden Tag neue Leute kennen, war nur eine Frage der Zeit bis mal ein Trader dabei ist), werden bei manchen CFD-Brokern selbst die Finanzierungskosten hier anders gerechnet als bei uns. Natürlich sind wir mal wieder im Nachteil.
Also, die Kosten aus CFD’s setzen sich ja mehrteilig zusammen.
1.) Transaktionskosten
2.) Finanzierungskosten
3.) Spread-Kosten
4.) Slippage-Kosten
Neben Verlusttrades ist das the “cost of doing business”. Jetzt habe ich am Freitag schon einen Broker vorgestellt, bei dem die Transaktionskosten ab einer rund 16.000 Euro Kontogröße Null beträgt. Die Spread- und Slippagekosten sind äußerst gering, da in Australien die CFD’s alle direkt zentralisiert an der Börse gehandelt werden. Es gibt also echte DMA’s hier. (Denn bei uns ist DMA auch nicht echt, da werden Orders trotzdem weitergeleitet. Bei uns ist nicht wirklich DMA drinnen, obwohl DMA drauf steht.)
Und die Finanzierungskosten sind hier auch geringer. Gut, bei vielen Brokern bekommt man hier +/- 3% den Leitzinssatz. Was ist daran jetzt so toll?
Schnell erklärt. Anscheinend gibt es hier CFD-Broker, die erst dann Finanzierungskosten berechnen, sobald die Position nicht mehr rein theoretisch mit dem Gesamtkapital gedeckt werden kann. Finanzierungskosten fallen also hier nur dann an, wenn man wirklich mehr Geld bewegt, als man eigentlich besitzt.
Sehen wir uns mal ein einfaches, theoretisches Beispiel an.
Annahme: Ich will eine Aktie kaufen, die eine Margin-Anforderung von 5% hat. Die Aktie notiert derzeit bei 100 Euro. Mein Kursziel liegt bei 102 Euro und mein Stopp-Loss bei 99 Euro. Ich besitze ein Konto von 100.000 Euro und riskiere maximal 1%. Das würde also folgendes bedeuten:
Konto: 100.000 Euro
Risk: 1% – 1.000 EuroKauf zu: 100 Euro
Stopp: 99 Euro
Target: 102 Euro
Wie viel Stück kann ich kaufen?
Da das Risiko 1 Euro je Aktie beträgt, darf ich mir 1000 Stück kaufen, und werde im Verlustfall nur 1% verlieren.
Positionsgröße = 100 Euro x 1000 Stück = 100.000 Euro
Da die Marginanforderung allerdings nur 5% in diesem Beispiel beträgt, werden nur 5.000 Euro in den Trade gebunden. Mit den restlichen 95.000 Euro kann man noch nach Lust & Laune frei herumtraden.
Doch jetzt kommen die Kosten dazu; die Finanzierungskosten um genau zu sein. Die belaufen sich bei einem Long meist auf Euribor +4%. Doch nur bei Aktien.
Hier heisst es bei CMC auf der Website:
Wenn Sie eine CFD Position über Nacht halten, so ist dies mit Finanzierungskosten verbunden. Diese werden auf Basis des 100%-igen Werts der äquivalenten effektiven Anteilsposition berechnet. Die Kalkulation erfolgt täglich zum Marktpreis. Wenn Sie Long sind, müssen Sie an CMC Markets UK Plc Zinsen zahlen. Wenn Sie Short sind, so können Sie evtl. von CMC Markets UK Plc Zinsen erhalten.Bei CFDs von Rohstoffen, Treasuries und Währungen fallen keine Finanzierungskosten an, da die Finanzierung dieser Instrumente in den zukünftigen Preis integriert ist.
Finanzierungskosten fallen für jede Aktien- und Indexposition an, die über Nacht gehalten wird (Positionen offen um 22.00 Uhr Londoner Zeit).
Diese Finanzierungskosten sind meist der Leitzinssatz (EURIBOR eigentlich) +4%.
Für unser Beispiel würde das bedeuten, dass je nach Leitzinssatz rund 7,5%-9% derzeit an Zinsen zu bezahlen sind. Das sind rund 7500 – 9000 Euro pro Jahr. Natürlich werden die Kosten täglich abgerechnet; ich berechne jetzt mal einen leicht zu merkenden Mittelwert:
8500 Euro / 360 Tage = 23 Euro am Tag
Einen Trade mit diesem Konto in Deutschland am Leben zu halten würde 23 Euro am Tag kosten. Die Kosten kann man sich in Australien sparen, denn hier werden Finanzierungskosten bei vielen Brokern erst dann berechnet, wenn das Gesamtkonto kleiner ist, als das gesamte zu bewegende Kapital.
Und da im obigen Beispiel genug Kapital da ist, um die gesamte Position zu decken, gibt es auch keine Finanzierungskosten.
Hui, unsere CFD-Broker, die sich als sehr günstig präsentieren, sind eigentlich im internationalen Vergleich sauteuer…
Traden lernen:








Das ist genau mein Problem mit CFDs: Die Finanzierungskosten für eine Position, die eigentlich keinen Hebel darstellt, sind für mittelfristig orientierte Trader wie mich inakzeptabel. Aber wenn einmal australische Verhältnisse hierzulande einreissen (kommen sicher irgendwann), schaut die Sache schon wieder anders aus…
ich hatte letzte Woche in einer anderen Diskussion schon mal über CFD`s und hier besonders cmc gemailt.
Fakt ist bei cmc folgendes: macht man 30 Trades im Monat zahlt man round about 500 Euro (roundturn 16 Euro). Hinzu kommen etwaige Finanzierungskosten. Bei einem Konto in Höhe von 10.000 Euro sind das monatliche Kosten von 5%! Wie gesagt: ohne Finanzierungskosten. Und dann kommen noch teilweise indiskutable Spreads bei M-Dax und SDax Werten zustande, die man wirklich als skandalös bezeichnen muss. Ich rede hier von Spreads in Höhe von > 5%! Ich weiß gar nicht mehr genau welche Bank, meine mich aber daran zu erinnern, dass mir ein cmc Mitarbeiter im Gespräch den Namen Royal Bank of Scotland RBS genannt hat, die einen Teil ihrer Geschäfte bei cmc abwickeln. Mit Sicherheit zu anderen Konditionen, als wir. Also stellt sich die Frage, wie man bessere Konditionen erreichen kann. Wenn sich 50 `Blogger` zusammentun. Aber irgendeine `konzertierte` Aktion müsste doch im Internetzeitalter möglich sein. Keine Ahnung, verschiedene Webblogs schließen sich zusammen………
Hallo machiavelli!
Ja, die Gesamtkosten bei CFDs hier sind einfach zu hoch.
Ich kenne die “andere” Diskussion… die war ja u.a. zwischen uns.
Frage an die Community: hat irgend jemand Erfahrungen mit is-trading ? Das scheint ein Ableger von CMC zu sein, sie benutzen auch die Markets Pro Plattform. Das Besondere, was ich bisher gefunden habe, ist, dass für Aktien-CFDs keine Mindest-Kommissionen bezahlt werden müssen. So etwas habe ich schon lange gesucht, denn die Kommissionskosten machen (gerade bei kleinen Kontengrößen) einen erheblichen Anteil an den Gesamtkosten aus. Sie verlangen 0,1% der Transaktionssumme, liegen also so in etwa am unteren Ende von dem, was CMC will (0,08% – 0,25%). Aber es gibt keine Mindest-Gebühr (bei CMC 8 €, bei anderen Brokern teilweise noch mehr). WH Selfinvest war/ist auch ein Kandidat für einen passenden CFD-Broker, bis ich gesehen habe, dass sie maximal eine 10% Margin auf Aktien haben (ok, das ginge ja noch), aber bei Positionen über Nacht dann mind. 20% Margin anfallen und das ist mir defintiv zu hoch, z.B. wenn man es mit CMC oder anderen Brokern vergleicht (gegenüber CMC 4x so hoch).
IS-Trading werden sich die Kohle wieder an anderer (versteckter) Stelle hereinholen, aber auch die Finanzierungskosten sind nicht höher als bei CMC. Also wo liegt der Haken? Bei den Spreads? Und sie haben wie CMC kein direkten Marktzugang, soviel ich weiß.
Wer zufällig Erfahrungen mit denen hat, also bitte vortreten
Das ist eine hevorragende Idee… und würde natürlich auch dem daytrading-Community-Gedanken entsprechen. Ich wäre dabei.
Pierre: meinst Du, Du könntest mit Deinen Connections bei dem einen oder anderen Broker für die daytrading-Community was ausrichten? Wobei Du ja jetzt in Australien deutlich bessere Konditionen bekommen kannst. Aber wir können ja nicht alle nach Australien ziehen…
Man müsste ggf. auch erstmal eine Umfrage machen, wer hier überhaupt CFDs regelmäßig handelt und dies bei einem “passenden” Broker dann auch weiterhin tun würde…
Bin gespannt…
Marvin
Hallo,
wieso kann man in einer globalisierten Welt nicht einfach den australischen CFD-Broker nehmen?
Gruß,
Sven
@Sven: ich kann mir nicht vorstellen, dass der australische Broker die DAX 30 Werte anbietet, geschweige denn M-Dax Werte. Aber bei Rohstoffen und Indizes…….tja, wer weiss, vielleicht funktioniert es sogar. Obwohl man dann sein Konto in australischen Dollars führen müsste, die dann täglich in Euro konvertiert würden……..hm irgendwie hört sich das für mich zu kompliziert an:(
stimmt, das ist natürlich unschön. Bliebe nur australische Aktien und Indizes zu handeln. Ein Nachteil wäre dann aber wohl die Arbeitszeit bei Nacht. Aber vielleicht käme das manch einem gar nicht so ungelegen…
Vielleicht muss man man ja gar nicht so weit in die Ferne schweifen, um fairere Konditionen zu bekommen. Wie schauts denn z.B. in UK/Österreich/Schweiz aus?
Die Sache mit dem Ausland hätte insgesamt einen Vorteil: Es würde den von euch gewünschten Druck auf die deutschen CFD-Broker aussüben und eventuell den deutschen Tradern die verbesserten Konditionen bescheren.
Gruß,
Sven
Mit riesigem Werbe-tam-tam sollen möglichst viele Dumme ins Casino CMC-Markets gelockt und abgezockt werden. CMC tritt als als einziger Marketmaker auf. Wettbewerb ist so ausgeschlossen. Bitte, was erwartet ihr? Wundergläubig?
Was haltet ihr von IG Markets? Damit bin ich sehr zufrieden. Und niedrige Gebühren ausser Spreads hat auch GCI, mit denen handel ich auch ganz gerne.
Es gibt übrigens auch in Deutschland die Möglichkeit, erst dann Finanzierungskosten zu zahlen, wenn das Gesamtkapital auf dem Konto zu groß ist: CMC macht es mit dem relativ neuen Investment Account genau so. (Nein, ich bin nicht bei CMC angestellt, ich trade nur mit diesem Konto.)
Ich teste ja zur Zeit die verschiedensten Plattformen durch -> Saxobank Schweiz hat nur 0.1% ohne Mindestgebühren, was für kleinere Trades sehr interessant ist (müsste vielleicht im Tradingtool-Vergleich mitberücksichtigt werden).
Allerdings weiss ich nicht, ob dies nun auch für die Saxobank in D oder A gilt (die Homepages sind jedenfalls ziemlich verschieden).
Zudem gefällt mir deren Charting-Tool wie auch das von WH-Selfinvest nicht so besonders (IG-Markets ziemlich professionell).
Cheers, Petr
Es wäre tatsächlich interessant zu erfahren, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, dass man ein australisches Tradingdepot eröffnen kann. Ich nehme mal an, dass die Australier (als Rohstoffland ohnehin interessant) sicher alle Aktien/CFD der angelsächsischen Länder (u. a. auch US) anbieten, so dass dies durchaus von allgemeinem Interesse sein könnte.
ist auch interessant, weil der leitzinssatz 8% oder so betraegt. hier verdient man mit short wirklich geld, und long kostet weniger…
Ja, in NZ ist’s sogar noch ein wenig mehr! Oder wie wärs mit Island (15%)?
wer will in island wohnen?
da solltest ihr schon die inflationsraten und wechselkursrisiken beachten. oder gibt´s da euro-konten zu 8 bzw. 15%?!?
))
da wäre ich sofort dabei.
joe