Yogi Bera hat einmal gesagt: If you don’t know where you are going in life, you will be lost when you get there.
Wusstest du, dass weniger als 1% der Menschen schriftlich festgehaltene Ziele hat? Sie wissen nicht wohin sie gehen oder woher sie kommen. Sie leben einfach in den Tag hinein.
So geht es auch vielen Tradern. Jeden Tag machen Sie immer wieder den DAX Chart im 5 Minuten Bereich auf, analysieren ihn jeden Tag aufs neue, speichern sich niemals ihre Arbeit ab und legen einfach einen Indikator nach dem anderen in den Chart um schnell Signale zu bekommen. Man will ja immerhin auch schnell reich werden. Natuerlich weiss man, was man will.
Hier eine Leseprobe von Birger Schaefermeiers Buch: Die Kunst des erfolgreichen Tradings:
Bunker Hunt, ein texanischer Ölmillionär, wurde einmal gefragt, wie man zu Erfolg
gelangt.Er sagte, darauf gebe es eine einfache Antwort: „Erstens muss man sich darüber klar
werden, was man will, zweitens entschließt man sich, den Preis zu zahlen, um es zu
verwirklichen, und dann bezahlt man den Preis. So einfach ist es, Erfolg zu haben.“Die meisten Menschen sind erfolglos, weil sie schon den ersten Schritt zum Erfolg
verpassen: Sie wissen einfach nicht, was sie wollen. Dasselbe gilt für viele Trader. Auf die
Frage „Was willst du beim Traden erreichen?“ erhalte ich immer wieder die Antwort:
„Was schon. Viel, viel Geld verdienen.“ Meistens sage ich demjenigen dann, er solle sich
vorstellen, er bekäme von mir jetzt sehr viel Geld, sagen wir eine Million Euro, allerdings
nur unter der Bedingung, dass er sie vollständig wieder ausgibt. Dafür hat er eine Minute
Zeit, alle Dinge auf eine Liste zu schreiben, die er sich kaufen würde. Die einzige Regel
dabei ist: Er darf das Geld nicht investieren und auch keine Immobilie dafür erwerben, er
muss es also vollkommen verkonsumieren. Ich überreiche ihm einen Zettel und einen
Stift, und begierig fangen die meisten an zu schreiben: ein Luxusauto, Armani-Anzüge,
eine goldene Uhr, teure elektronische Geräte, eine Luxusreise und so weiter. Kaum
jemand schafft es, die Million auszugeben. Nach den ersten drei oder vier Wünschen
kommt der Schreibfluss ins Stocken. Was kann ich noch brauchen, was will ich, und wozu?Schnell stellt der Trader fest, dass „viel Geld“ ein sehr unspezifisches Ziel ist, das ihn nicht
weiterbringt, weil er nicht weiß, was er mit dem Geld machen will. Um erfolgreich zu sein,
müssen Sie sich aber darüber klar werden, was Sie wirklich wollen. Geld ist zwar ein
Produkt, das beim Traden generiert wird, aber es ist nicht Ihr wirkliches Ziel.Deshalb stelle ich dem Trader eine weitere Frage. Er soll sich vorstellen, er hätte so viel
Geld, wie er sich wünscht. Was würde er damit tun? Würde er sich ein Haus damit kaufen
oder doch einen Sportwagen? Wenn er ein Haus erwerben will, warum gerade ein Haus?
Etwa, damit er nie wieder Miete zahlen muss? Was beunruhigt ihn daran, Miete zu
zahlen? Fühlt er sich sicherer, wenn er ein abbezahltes Haus besitzt? Wenn er sich einen
Sportwagen kaufen will, frage ich ihn, wieso es gerade ein Sportwagen sein muss und kein
Oldtimer. Etwa weil es Spaß macht, schnell zu fahren, oder weil es ihm ein junges,
erfolgreiches Image gibt?Ich versuche herauszufinden, was der Trader wirklich will. Das sind nämlich keine Güter,
sondern Werte wie Sicherheit, Anerkennung, Spaß, Unabhängigkeit und Freiheit. Diese
Werte bestimmen unser Handeln. Niemand will einen Sportwagen, weil er sich damit von
A nach B bewegen kann. Vielmehr steht hinter diesem Wunsch die Sehnsucht nach einem
Gefühl. Dieses Gefühl zu erfahren und zu erreichen, das ist sein Ziel. Hinter jedem Ziel
steht ein Zweck, den es herauszufinden gilt.Finden Sie heraus, was Sie wollen Wenn Sie nicht genau wissen, was Sie wollen, dann wird
es Ihnen auch unmöglich sein, Ihr Ziel zu erreichen. Oder würden Sie sich auf eine Reise
ohne Ziel begeben? Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie, ohne es zu kennen, an dem Ziel
landen, das Sie erreichen wollten, ist sehr gering. Es wäre ein glücklicher Zufall. Wir traden
aber nicht, um auf einen glücklichen Zufall zu hoffen, sondern um ein ganz bestimmtes
Ziel zu erreichen. Häufig ist uns dies aber nicht klar.Schon als kleiner Junge hatte ich das Ziel, mit spätestens 30 Millionär zu sein. Ich erreichte
dieses Ziel schon viel früher: Mit 22 Jahren, noch während meines Studiums, hatte ich
meine erste Million verdient. Allerdings hatte ich keinen blassen Schimmer, warum ich
Millionär sein wollte, und erst recht wusste ich nicht, was ich mit dem Geld machen
wollte. So ließ ich das Geld auf dem Konto stehen und handelte weiter. Ich war zwar
Millionär, aber das glückliche Gefühl, mein Ziel erreicht zu haben, dauerte nur wenige
Tage. Danach war ich irgendwie unzufrieden, obwohl ich doch so viel Geld auf dem Konto
hatte.Diese Unzufriedenheit verstärkte sich von Tag zu Tag, und ich wusste damals nicht, wieso.
Ich war nun Millionär, und mein vermeintliches Ziel war erreicht. Weil das Geld aber
weiter auf meinem Trading-Konto war und ich mir wirklich gar nichts gönnte (wozu auch:
Ich wollte das Geld des Geldes wegen und hatte keine Ahnung, wozu ich es verwenden
wollte, welches Gefühl ich fühlen wollte), hatte das Geld schon nach wenigen Tagen keine
Bedeutung mehr für mich. Es war nur noch eine Zahl.Ich lebte in meiner Studentenwohngemeinschaft in einem kleinen Zimmer mit einem
Kohleofen und einem unbeheizten Bad. Die Million war nur eine Zahl auf meinem Konto.
Das Geld produzierte kein Gefühl in mir und wurde deshalb für mich bedeutungslos. Ich
wusste es nicht zu schätzen, denn was konnte mir diese Million noch geben? Im
Unterbewusstsein strebte ich, wie jeder Mensch, bestimmte Werte an. Unter anderem
waren für mich Spaß und Aufregung ein Gefühl, das ich mir sehnlichst wünschte. Wenn
Sie sehr diszipliniert handeln, dann sind Spaß und Aufregung das Letzte, was sie spüren.
Genauso war es, als ich mir mühselig die erste Million verdiente. Ich wollte aber Spaß.Nun, wie produziert man am besten Spaß und Aufregung mit einer Million, wenn einem
diese Sehnsucht nicht bewusst ist und das Unterbewusstsein das Kommando übernimmt?
Ganz einfach: Sie rufen als 22-Jähriger Ihren Banker an und kaufen eine kurzfristige DAX-
Option für einen Betrag, der das zehnfache Jahresgehalt dieses Mannes ist. Jeder Punkt
Veränderung am Markt bedeutet nun mehrere 10.000 Mark. Ihr Konto beginnt eine
Achterbahnfahrt. In wenigen Minuten verdienen oder verlieren Sie Beträge in der
Größenordung des Preises von Luxussportwagen.Ich hatte nun meinen Spaß und die gewünschte Aufregung. Gut für mein Konto war das
allerdings nicht. Innerhalb von nur drei Monaten war die komplette Million verzockt, und
ich war wieder dort, wo ich angefangen hatte: bei null!Erst viel später habe ich gelernt, warum ich das hart verdiente Geld so schnell wieder
verloren habe. Ich habe mein Ziel nicht gekannt, ich war mir nicht darüber klar, was ich
wirklich wollte. Erst als mir dies bewusst wurde, war ich auch in der Lage, kontinuierlich
Geld zu verdienen und erwirtschaftete Gewinne im Sinne meiner Ziele einzusetzen.
Wie ich diesen Text fuer mich interpretiere…
Geld existiert nicht. Geld ist eine Energie. Geld kann nur Mittel zum Zweck sein, und wenn man nicht weiss welchen Zweck man verfolgt kann sich sehr schnell eine leere ausbreiten.
Ich stehe knapp vor meinem 24. Geburtstag und habe es noch nicht geschafft Millionaer zu werden. Aber es ist mir auch nicht wichtig. Wieso? Weil ich mir alles leisten kann was ich tun will.
Und da liegt der Unterschied. Frueher glaubte ich, dass es wichtig ist sich alles leisten zu koennen, was man haben will. Aber umso mehr Dinge man besitzt, umso mehr besitzen die Dinge einen selbst. (Das nennt man dann Sachzwaenge.)
Ich habe selten etwas so befreiendes wie meinen Umzug nach Australien gemacht. Bis auf meine Sommergaderobe habe ich alles in einer kleinen Wohnung im Sueden Wiens verstaut oder verkauft. Nun gut, mein oesterreichisches Auto besitze ich auch noch, aber nur fuer den Fall, dass ich doch draufkomme, dass Australien eine Schnappsidee war. (Davon bin ich aber gerade Meilenweit entfernt. Jetzt wo der Stress sich legt, war ich nie gluecklicher. Aber 2 Wochen Vollgas sind noch vonnoeten um alles aufzuholen, wo ich hintennach bin.)
Ich habe mit Trading nie begonnen, weil ich reich sein wollte. Ich bin Trader geworden, weil ich frei sein wollte. Und das bin ich. Ich bin jetzt 23 Jahre, habe in 10 verschiedenen Wohnungen gewohnt und 10 unterschiedliche Autos gefahren – darunter auch den ein oder anderen Sportwagen. Ich war auf allen Kontinenten dieser Welt, in allen Laendern Europa’s (ausser Skandinavien und Portugal), in 40 US-Staaten, auf Kreuzfahrt in den Bahamas. Wo ich hinreise schlafe ich immer in einem Designhotel, wie man sie aus hochaufloesenden Hotelbuechern kennt.
Und das lustige an der Sache: man kommt erst dann drauf, dass all das eigentlich scheissegal ist.
Ich weiss was ich vom Trading will, es ist Freiheit. Ich hatte naemlich auch noch nie in meinem Leben ein Bewerbungsgespraech oder eine Fixanstellung. Und wenn nicht alles total schiefgeht, so wird das auch fuer den Rest meines Lebens so bleiben. Wie lange mir auch immer kostbare Zeit auf diesem wunderbaren Planeten geschenkt wird.
Ich denke, Trading wird nur die wenigsten unter uns zu wirklichen Millonaeren machen. Und wenn, dann dauert es im Regelfall sicherlich ein Jahrzehnt oder laenger. Ausnahmen bestaetigen die Regel, aber das fuehre ich gerne auf die Monte Carlo Simulation zurueck…. Rechnen kann man damit nicht.
Trading kann Freiheit und Unabhaengigkeit bringen. Aber, die meisten sind nicht gewillt den Preis dafuer zu zahlen. Man muss auch beim Trading immer den unwegsamen Weg gehen. Es ist der kuerzere.
Traden lernen:








” aber das fuehre ich gerne auf die Monte Carlo Simulation zurueck” ???????
Manchmal dreht sich bei mir der Magen um, aber das fuehre ich gerne auf diverse Blogeinträge zurueck
Lg, Kay
die auf walt disney?
du darfst gerne ZUFALL einfuegen, fuer euch beide EMH-Liebhaber! Gehts deinem Magen dann besser?
Damit wärs dann nur noch ein leichtes Zwicken – ja, danke
Beim Mandelbrot-Interview kannst dich austoben, Kay
Pierre, ja, das hab ich schon gelesen. Der schreibt ja ähnlich polemisch wie ich
Zuviel Stoff um darauf einzugehen – da muss ich passen. Im Moment bisserl knapp an Zeit.
Aber bin einer Meinung was seine Aussagen zur Normalverteilung betreffen….
Schönes, verlängertes Wochenende !!!!
Lg, Kay
pierre. was meinst du mit den letzten sätzen genau. “Aber, die meisten sind nicht gewillt den Preis dafuer zu zahlen. Man muss auch beim Trading immer den unwegsamen Weg gehen. Es ist der kuerzere.
Good Trades