In der letzten Ausgabe haben wir über die Marktweisheiten Nummer 33 und 34 gesprochen. Das könnt ihr hier nachlesen. Heute betrachten wir jedoch zwei neue Weisheiten. Und zwar die Weisheiten “Die Börse ist ein teurer Ort, um den Nervenkitzel zu suchen” sowie “Die ruhige Stimmung eines Traders”.

35. Die Börse ist ein teurer Ort, um den Nervenkitzel zu suchen. Aufregung hat viel mit dem Image von Trading zu tun, jedoch nichts mit dem Erfolg von Trading (außer im umgekehrten Sinne). Larry Hite, der Gründer von Mint Management, einer der größten CTA-Firmen (Commodity Trading Adviser), beschreibt in Market Wizards die Konversation mit einem Freund, der sein bedingungsloses Arbeiten mit einem computerisierten Handelssystem nicht verstand. Sein Freund fragte: „Wie kannst du auf diese Weise traden? Ist das nicht langweilig?“ Larry Antwortete: „Ich trade nicht wegen des Nervenkitzels; ich trade, um zu gewinnen.“

Das trifft es sehr gut. Van K. Tharp geht davon aus, dass man jene Dinge, die man privat nicht auslebt, dann beim Trading unterbewusst umsetzt. Hält das eigene Privatleben nicht genug Nervenkitzel bereit, dann macht man das gerne beim Trading. Nicht umsonst sind Trader als „Verrückte Hunde“ bekannt.

36. Die ruhige Stimmung eines Traders. Wenn es im Zusammenhang mit erfolgreichem Trading einen bestimmten emotionalen Zustand gibt, dann ist es das Gegenteil von Aufregung. Auf der Grundlage seiner Beobachtungen konstatierte Charles Faulkner, ein NLP-Trainer (NLP = Neurolinguistisches Programmieren), der mit Tradern arbeitete, dass außergewöhnliche Trader in der Lage sind, ruhig und unberührt zu bleiben, egal, was die Märkte machen. Er beschreibt die typische Reaktion von Peter Steidlmayer (ein erfolgreicher Terminhändler, der als Erfinder der Market Profile-Handelstechnik bekannt wurde) auf eine Position, die gegen ihn läuft, als einen Gedanken wie z.B. „Hmmm, schauen Sie sich das an.“

Das hat natürlich sehr viel mit Selbstvertrauen und Erfahrung zu tun. Man vergleicht sich ja immer gerne mit anderen (Benchmarking), was ja gar nicht so schlecht ist. Wenn es jedoch allen anderen gelingt schöne Profite zu machen, während man selbst gerade eine Drawdownphase durchmacht, kann das schon sehr am eigenen Selbstvertrauen zehren. Konzentrieren Sie sich auf sich selbst und definieren Sie schon im vorhinein Ziele. Wenn Sie diese erreichen, können Sie zufrieden sein.



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