Im Laufe der letzten Monate haben wir immer wieder über Candlestick-Formationen gesprochen. Heute werden wir über die bearishen bzw. neutralen Formationen (können sowohl bullish als auch bearish sein) sprechen.
Am 14. Januar 2008 haben wir bereits über die Bullishe Engulfing Formation gesprochen, heute widmen wir uns ihrem Gegenstück, der Bearishen Engulfing Formation.
Die Engulfing Kerze muss den Kerzenkörper der vorherigen Kerze vollkommen umschließen. Weil bei Aktien weniger Kurslücken auftreten als bei Rohstoffen, kann diese Regel jedoch häufig außer Kraft gesetzt werden, wenn sich die Engulfing-Kerze etwas über oder unter dem Tageshoch beziehungsweise Tagestief der vorherigen Kerze befindet. In der Regel sollten Sie eine derartige Kerze als Engulfing-Kerze interpretieren. Wenn Sie oder Ihre Kinder der Altersgruppe angehören, die sich noch an das Videospiel “Pac Man” erinnert, können Sie sich die Engulfing-Kerze als den Helden dieses Spiels vorstellen, der die vorherige Kerze verschlingt.
Eine bearishe Engulfing-Kerze erscheint nach einem bedeutsamen Aufwärtstrend. Auch hier muss der Kerzenkörper der letzten Kerze durch die Engulfing-Kerze umschlossen werden, nicht jedoch der Docht und die Lunte. Nun folgt eine Illustration einer Bearish-Engulfing-Formation.

Die Aussagekraft einer Engulfing-Kerze erhöht sich aufgrund folgender Faktoren:
-) Kursspanne (Länge der Kerze)
-) Handelsvolumen am Tag, an dem die Kerze entstand
Je länger die Engulfing Kerze ist, desto größer ist ihr Vorhersagewert. Eine lange bearishe Engulfing-Kerze bedeutet, dass die Bären nach einem Aufwärtstrend wieder das Kommando übernommen haben. Die Aussagekraft einer Engulfing-Kerze, die ein Signal vermittelt, ist auch dann größer, wenn das Tagesvolumen das übliche Maß überschritten hat.
Hier noch ein paar Zeilen von Steve Nison:
Wenn Sie ein Bullish oder Bearish Engulfing Pattern sehen, so wird Sie dies sicherlich an ein westliches Key Reversal oder einen Outside Day erinnern. Damit haben Sie Recht. In der klassischen westlichen Technische Analyse tritt ein Key Reversal oder ein Outside Day auf, wenn ein Wert ein neues Hoch in einem Aufwärtstrend markiert, dann aber unterhalb des Schlusskurses des vorherigen Tages schließt. Dadurch entsteht ein bearishes Signal. Entsprechend in einem Abwärtstrend, dass der Key Reversal Day ein neues Tief markiert und dann über der Eröffnung der vorherigen Periode schließt.
Die Informationen für diesen Beitrag stammen zu großen Teilen aus “Die 21 wichtigsten Candlestick Formation” von Dr. Melvin Pasternak, und “Der Candlestick Kurs” von Steve Nison.
Morgen werden wir uns einem praktischen Beispiel einer “Bearish Engulfing Formation” widmen.
Im gestrigen Beitrag haben wir bereits über Bearishe Engulfing-Formationen in der Theorie gesprochen und einen interessanten Tipp von Steve Nison gelesen. Heute werden wir uns der praktischen Anwendung widmen und sehen, wie sich dieses Signal traden lässt.
Widmen wir uns noch einmal kurz der Theorie: Das Gegenteil einer Bullishen Engulfing Formation ist die bearishe Engulfing Formation. Diese markiert den Hochpunkt eines Aufwärtstrends. Ein schwarzer Körper schließt dabei einen weißen Körper ein. Dies deutet auf eine obere Umkehr hin.

Wie man in der Abbildung erkennt, eröffnet der schwarze Körper mit einer Kurslücke über dem Schlusskurs der vorherigen weißen Kerze. Dann fällt der Markt und schließt unterhalb der Eröffnung der vorherigen Periode – ein bearishes Signal. Diese Bewegung zeigt, dass das Angebot die Nachfrage übertrifft. Offensichtlich haben die Bären die Kontrolle von den Bullen zurückerobert. Beachten Sie bitte: Das Hoch der Bearishen Engulfing Formation fungiert jetzt als Widerstandsbereich.
Jetzt haben wir eine Menge über die Theorie gehört, wollen uns nun aber der Praxis widmen.
Wie man am Chart eindeutig erkennen kann, ist der Kurs von Österreichische Post zunächst sehr stark gefallen. Ende November wurde dann ein Tiefkurs erreicht, von wo aus sich eine Aufwärtsbewegung zu bilden begann. Diese Aufwärtsbewegung wurde bis heute nicht gebrochen. Dennoch ist das bearishe Momentum der letzten Handelstage nicht zu übersehen.
Am 25.2.2008 schloss die Aktie bei 27,31 Euro. Der Eröffnungskurs am 26.2.2008 lag bei 27,50 Euro und stellt gleichzeitig den Hochkurs dar. Der Eröffnungskurs am 25.2.2008 lag bei 26,86 Euro. Der Schlusskurs am 26.2.2008 lag jedoch bei 26,71 Euro. Interessanterweise gleichen sich der Hoch und Eröffnungskurs bzw. Tief und Schlusskurs am 26.2.2008 auf den Cent genau. Das unterstreicht die bearishe Signalwirkung.
Grundsätzlich sollte man mit der isolierten Betrachtung von Formationen wie der bearishen Engulfing-Formation immer vorsichtig sein. In diesem Beispiel hat es bereits zu einem Kursrückgang von 9,82 % geführt. Doch nicht jedes Signal funktionert dermaßen gut.
Hier noch eine kleine Anmerkung von Steve Nison:
Bei den Bullish und Bearish Engulfing Pattern müssen nur die Körper umschlossen werden. Die Schatten finden dabei keine Beachtung.
Einige der Informationen für diesen Beitrag stammen aus “Der Candlestick Kurs” von Steve Nison.
Wie gestern bereits angekündigt geht es heute um die dritte und letzte Candlestick-Ausformung in Verbindung mit Spinning Tops, nämlich um den Shooting Star. Vom Aussehen her ähnelt er den beiden anderen Ausformungen, nämlich Hammer und Hanging Man – seine Interpretation ist jedoch ein völlig andere. Die Informationen über diese Kerzenformation stammen übrigens aus “Der Candlestick Kurs” von Steve Nison.
Der Shooting Star stellt eine obere Umkehrkerze dar, wie auch der Hanging Man. Ein Shooting Star besitzt jedoch einen langen oberen Schatten, und sein Körper befindet sich am Tief oder nahe des Tiefs der Periode. Der Name beschreibt die Form der Kerze. Diese erscheint wie ein Komet mit einem langen Schweif, der in den Himmel aufsteigt. Die Japaner sagen, dass der Shooting Star “Ärger voraus” anzeigt. Wegen des bearishen, langen oberen Schattens des Shooting Stars brauchen wir bei dieser Kerze aber nicht so viel bearishe Bestätigung, wie sie für einen Hanging Man notwendig ist.
Wie man in der Abbildung erkennen kann ist der Shooting Star ein bearishes Signal, er muss also in einer Rally vorkommen. Der Körper eines Shooting Stars kann schwarz oder weiß sein.

Ein Shooting Star sagt Ihnen, dass sich der Markt in einem Aufwärtstrend befindet und dieser vermutlich bald überkauft ist. Schließlich weigern sich die Bullen noch mehr zu zahlen. Der Shooting Star hat also einen Eröffnungskurs, der am Tief oder nahe beim späteren Tief liegt. Der Kurs steigt, aber die Bullen können die Nachfrage nicht aufrechterhalten. Dann kommen die Bären in den Markt und drücken die Preise nach unten. Erinnern Sie sich bitte: Ein langer oberer Schatten bedeutet bei jeder Kerze Verkaufsdruck.
Hier noch eine Anmerkung von Steve Nison:
Die Japaner haben eine allumfassende Beschreibung für Kerzen, die durch einen langen unteren Schatten und einen kleinen Körper in der Nähe des Hochs gebildet werden, nämlich “Umbrella Lines” – Regenschirme. In einem japanischen Buch gab es eine Abbildung, die wie ein Hammer aussah. Der zugehörige Text lautete: “Kaufe von unten und verkaufe von oben”. Auch dieser Satz erfordert, wie die meisten Kerzen-Weisheiten, einiges an gedanklicher Gymnastik. Ich fand schließlich heraus, was der Autor damit sagen wollte: Ein Hammer in einem fallenden Markt soll als bullish betrachtet werden – “kaufe von unten” – und nach einem steigenden Markt als bearish “verkaufe von oben” . Diese Geheimnisse des Orients zu entschlüsseln stellte wirklich eine wahre Herausforderung dar.
Um mehr zum Thema “Hammer” zu erfahren, klicken Sie bitte auf die Kategorie “Technische Analyse”.
Nachdem wir am 10. April die Candlestickformation “Morning Star” kennengelernt haben, widmen wir uns heute dem “Evening Star” – seinem Gegenstück.
Evening Star
Hier noch ein kurzer Nachtrag bezüglich des Morning Stars:
Der Star ist der Mittelpunkt zweier Kerzenformationen, die Morning Star und Evening Star genannt werden. Der Morning Star stellt eine untere Umkehrformation dar, die ihren bildlichen Namen von Merkur herleitet, also dem Morgenstern, der unmittelbar vor Sonnenaufgang erscheint. So wie der Morgenstern das Tageslicht ankündigt, so kündigt die Morning-Star-Kerze die Möglichkeit steigender Preise an.
Hier ein paar einleitende Worte zu Star-Formationen:
Ein Star ist ein kleiner weißer Körper, der sich mit einer Kurslücke von der langen Kerze abhebt und dieser Kerze in einem Aufwärtstrend oder Abwärtstrend vorausläuft. Die dritte Kerze dieser Formation sollte sich ebenfalls mit einer Kurslücke vom Körper des Stars absetzen. Dieser steht dann isoliert am Ende eines Aufwärts- oder Abwärtstrends. Idealerweise überlappen die Körper der Kerzen nicht. Die Formation ist aber auch dann gültig, wenn der Körper der Stars in den Schatten der vorherigen Kerze eindringt.
Der Körper des Stars signalisiert das Tauziehen zwischen Bullen und Bären. Das Konzept gleicht dem Harami – eine starke Dynamik in einer Aufwärts- oder Abwärtsbewegung. Dieser Dynamik folgt aber direkt eine Phase der Unentschlossenheit. Der Star beschreibt damit einen kräftigen Impuls in Richtung des vorherrschenden Trends, bevor die Gegenkräfte anfangen diesen wieder zu bezwingen.

Das bearishe Gegenstück zum Morning Star ist der Evening Star. Diese obere Umkehrformation besteht ebenfalls aus drei Kerzen. In einem Aufwärtstrend bildet sich zunächst eine lange weiße Kerze, die die Bullen davon überzeugt, dass die Rally weitergeht. Dann erscheint der Star in Form eines kleinen Körpers, der im klassischen Sinn mit einer mit einer Kurslücke nach oben eröffnet – bezogen auf den Schlusskurs der weißen Kerze. Der Körper des Stars (schwarz oder weiß) bleibt isoliert, da die nächste Kerze den Umkehrpunkt des Trends bestätigt, indem sie mit einer unteren Kurslücke eröffnet. Diese dann schwarze Kerze fällt in den Körper der weißen Kerze. Die letzte Kerze besiegelt schließlich das Schicksal der Bullen: Die Bären reißen die Kontrolle an sich und drücken den Markt weiter nach unten.
Die Informationen für diesen Beitrag stammen zu großen Teilen aus dem Buch “Der Candlestick Kurs” von Steve Nison.
Wir haben ja bereits in der Vergangenheit zahlreiche Candlestick-Formationen besprochen. Das heutige Thema ist das Bearish Harami Pattern.
Wie man in der Abbildung erkennen kann, hat die erste Kerze dieser Formation einen ungewöhnlich langen weißen Körper. Die nächste Kerze besteht dann aus einem kleinen Körper, der vollständig vom Körper der ersten Periode umschlossen ist.
Die Farbe der Körper in dieser Formation ist ohne Bedeutung. Sie können die entgegengesetzte oder die gleiche Farbe haben.

Wie Sie sehen können, ist auch der Harami eine Umkehrformation, so wie viele Formationen, die wir bisher besprochen haben. Die Japaner sagen: Wenn der Harami erscheint, gerät die vorherige Rally in Atemnot. Der Bearish Harami signalisiert, dass trotz des bullishen weißen Körpers, der den Markt weit nach oben gebracht hat, der nachfolgende winzige Körper Unsicherheit und Unentschlossenheit signalisiert. Wie wir bereits aus früheren Beiträgen wissen, zeigt die geringe Kursspanne eines kleinen Körpers – besonders wenn sie nach einem Körper mit einer weiten Kursspanne folgt -, dass sich die Geschwindigkeit des Trends verlangsamt hat.
Hier noch eine Anmerkung von Steve Nison:
Der Begriff Harami leitet sich aus dem japanischen Ausdruck für “schwanger” ab. Die erste Kerze hat einen langen Körper (die Mutter) mit einem kleinen Körper darin (das Baby).
Die Informationen für diese Beitrag stammen zu großen Teilen aus “Der Canlestick Kurs” von Steve Nison.
Gestern war unser Thema das Bullish Piercing Pattern. Dieses beschreibt ein Szenario in dem zunächst fallende Kurse zu beobachten sind, später jedoch eine weiße Kerze auftritt, die eine Trendwende ankündigt. Das heutige Thema ist die Formation Dark Cloud Cover und stellt das genau Gegenteil dar.
Das Gegenteil zum Bullish Piercing Pattern wird jetzt aber nicht Bearish Piercing Pattern genannt, sondern Dark Cloud Cover, eine aussagekräftige obere Umkehrformation.

Wie man in der Abbildung erkennen kann, bildet die Dark-Cloud-Cover-Formation eine obere Umkehr. Die erste Periode sollte einen langen weißen Körper haben. Der Eröffnungskurs sollte über dem Hoch der ersten Periode liegen – oder über dem Schluss der ersten Periode. Am Ende der zweiten Periode schließt er nahe am Tief dieser Periode. Die schwarze Kerze sollte idealerweise unterhalb der Mitte der vorherigen weißen Kerze schließen.
Diese Formation zeigt schon grafisch, dass die Bären die Bullen bezwungen haben. Wenn der schwarze Körper nicht unterhalb des Mittelpunktes der vorherigen weißen Kerze schließt, so sollten Sie auf eine bearishe Bestätigung in der nächsten Periode warten.
Hier nun ein Beispiel, wie Kerzentechniken Ihre Money Management Technik verbessern können, indem sie früh vor einem Trendwechsel warnen. Wenn Sie eine Long-Position in einem Aufwärtstrend halten und sehen, wie sich ein lange weiße Kerze bildet, so bleiben Sie sicherlich bullish. In der nächsten Periode eröffnet die Aktie mit einem neuen Hoch, was wiederum Ihre bullishe Meinung bestätigt. Am Ende dieser Periode ist der Kurs jedoch deutlich in den Körper der vorherigen Kerze zurückgefallen. Dies zeigt also, dass das neue Kurshoch nicht gehalten werden konnte. Jetzt sollten Sie vorsichtig sein und Ihre bullishe Meinung überdenken. Überlegen Sie, ob Sie nicht Gewinne mitnehmen sollten. Dies ist ein erstklassiges Beispiel dafür, wie Kerzensignale frühzeitig Informationen über eine mögliche Umkehr geben und Ihnen so helfen, Ihre Gewinne zu sichern.
Fassen wir noch einmal zusammen:
-) Dark Cloud Cover tritt am Ende einer Aufwärtsbewegung auf
-) Der Eröffnungskurs der bearishen Kerze sollte mindestens über dem Schlusskurs der Vorperiode liegen (besser über dem Hochkurs)
-) Schließt die bearishe Kerze nicht unterhalb der Mitte der letzten Kerze, dann sollte man eine bearishe Bestätigung abwarten
Hier noch ein Tipp von Steve Nison:
Wenn Sie auf ein gutes Setup zum Shorten warten, sollten Sie darauf achten, dass sich ein Wert in einem steilen Aufwärtstrend befindet, sich einer Widerstanszone nähert un eine Dark-Cloud-Cover-Formation ausbildet. Wenn dieses Szenario eintritt, und noch dazu unter hohem Volumen, so sollten Sie Ihre anderen Technischen Indikatoren dahingehend überprüfen, ob diese ein Verkaufssignal generieren. Beachten Sie aber bitte: Bei einem Schlusskurs über dem Hoch des Dark Cloud Covers sind alle Short-Positionen zu schließen.
Die Informationen für diesen Beitrag stammen teilweise aus “Der Candlestick Kurs” von Steve Nison.
Am 7. März 2008 haben wir die Candlestickformation Dark Cloud Cover theoretisch besprochen. Wir sind dabei auf einige Charakteristika eingegangen und haben relativ genau abgesteckt, wann eine solche Formation vorliegt.
Im theoretischen Artikel über die Candlestickformation Dark Cloud Cover haben wir folgende Charakteristika festgehalten:
-) Dark Cloud Cover tritt am Ende einer Aufwärtsbewegung auf
-) Der Eröffnungskurs der bearishen Kerze sollte mindestens über dem Schlusskurs der Vorperiode liegen (besser über dem Hochkurs)
-) Schließt die bearishe Kerze nicht unterhalb der Mitte der letzten Kerze, dann sollte man eine bearishe Bestätigung abwarten
Wenn wir die Liste systematisch durchgehen, werden wir feststellen, dass es sich gar nicht so eindeutig um eine Dark Cloud Cover Formation handelt.
1) Kann man hier tatsächlich von einer Aufwärtsbewegung sprechen? Tatsächlich ist der Kurs zwar drei Tage lang kräftig gestiegen (von 63,80 Euro (Tief am 6.3.) auf bis zu 68,88 Euro (Hoch am 12.3) – das sind immerhin 7,96 %) – ob dies nun tatsächlich eine Aufwärtsbewegung darstellt, darf jedoch bezweifelt werden.
2) Tja, auch hier kann man streiten. Der Schlusskurs lag am 11.3. bei 68,50 Euro. Der Eröffnungskurs am 12.3. lag genau auf dem selben Kursniveau. Wenn man es genau nimmt, dann ist diese Voraussetzung nicht erfüllt.
3) Bereits die erste bearishe Kerze hat unter der Mitte der letzten bullishen Kerze geschlossen. Somit wäre eine Bestätigung des bearishen Momentums gar nicht nötig gewesen. Dennoch wurde diese Entwicklung bestätigt. Interessanterweise hat die letzte Kerze deutlich über der vorletzten eröffnet und deutlich unterhalb des Schlusskurses geschlossen. Das ist grundsätzlich bearish zu werten.
Zusammenfassend kann man sagen, dass hier tatsächlich keine Dark Cloud Cover Formation vorliegt. Das Momentum ist zwar zweifelsfrei bearish, ob man aber tatsächlich von einer Signalgenerierung sprechen kann, ist fraglich. Ich persönlich finde das Signal das von der aktuellen Kerze ausgeht viel klarer, als das der eigentlich ersten bearishen Kerze. Dennoch würde ich dieses Setup nicht traden.
Dieser Artikel war zum einen dazu gedacht, dass wir die Formation Dark Cloud Cover in der Praxis kennen lernen. Und dazu gehört auch zu erkennen, wann es sich eben nicht um ebendiese Formation handelt.
Abschließend will ich noch festhalten, dass dieses Setup lediglich aus Illustrationszwecken vorgestellt wurde, und keinerlei Empfehlung oder Ähnliches Darstellen soll.
Happy Trading,
Michi
Am 27.3 bzw. 28.3. haben wir bereits über die Candlestick-Formationen “Bullish Harami Pattern” und “Bearish Harami Pattern” gesprochen. In einem Absatz wurde dann auf die Abwandlungen dieser Formationen, nämlich “Bullish Harami Cross” und “Bearish Harami Cross” eingegangen. Die Grafiken dazu haben jedoch gefehlt. Diese zeigen wir euch jetzt.
Bullish Harami Cross
Die Abbildung zeigt die Formation “Bullish Harami Cross”.

Wenn ein Bullish Harami in einer Abwärtsbewegung oder einem Abwärtstrend auftritt, ist der Verkaufsdruck offensichtlich – dieser wird durch die lange erste Kerze dargestellt. Dann wird der zweite kleine Körper geformt. Die Bären verlieren plötzlich an Momentum. Sie schaffen es nicht, den Markt am oder unter dem Tief der vorherigen Kerze zu schließen. Unsicherheit macht sich breit, da der Harami eine mögliche Umkehr beziehungsweise einen Trendbruch vorhersagt. Verstehen Sie, wie diese Formation Ihnen wichtige Informationen über das Marktumfeld und die damit einhergehende Veränderung des Sentiments gibt? Wenn der zweite Körper ein Doji ist anstelle eines Spinnig Top (einen Beitrag dazu finden Sie unter Technische Analyse), wird die Formation Harami Cross genannt.
Bearish Harami Cross
Auf der Grafik erkennt man die Formation “Bearish Harami Cross”.

Und hier noch einmal zum Nachlesen die Bedeutung der Formation “Bearish Harami Pattern”:
Wie man in der Abbildung erkennen kann, hat die erste Kerze dieser Formation einen ungewöhnlich langen weißen Körper. Die nächste Kerze besteht dann aus einem kleinen Körper, der vollständig vom Körper der ersten Periode umschlossen ist.
Die Farbe der Körper in dieser Formation ist ohne Bedeutung. Sie können die entgegengesetzte oder die gleiche Farbe haben.
Im Falle des Bearish Harami Cross handelt es sich jedoch um keinen Körper, also einen Doji.
In einem älteren Beitrag haben wir bereits über die bullishe Engulfing-Formation gesprochen. Heute widmen wir uns jedoch keiner ganze Formation, die aus mehreren Kerzen besteht, sondern nur einer bestimmten Kerze. Es handelt sich dabei um den Doji, vermutlich der am weitesten verbreitete Name unter den Candlesticks. Was es mit dem Doji auf sich hat, und was er uns Tradern sagen kann, werden wir nun klären. Die Informationen stammen übrigens wieder aus dem Buch “Die 21 wichtigsten Candlestick Formationen” von Dr. Melvin Pasternak.
Wenn Sie sich nur die Bezeichnung einer Kerze merken müssten, dann wäre diese ohne Zweifel die Kerze, die ich den “allgemeien Doji” nenne, und dieser sieht wie ein Kreuz aus.

Ein Doji hat keinen Kerzenkörper. Dies bedeutet, dass eine Pattsituation zwischen Angebot und Nachfrage besteht. Das geschieht dann, wenn die Optimisten und die Pessimisten, die Amateure und die Fachleute derselben Meinung sind. Dieses Gleichgewicht spricht gegen die Fortsetzung eines ausgeprägten Aufwärts- oder Abwärtstrends, und daher stellt der Doji häufig einen Tag der Kursumkehr dar.
Daher ist ein Doji in einem überkauften oder überverkauften Markt oft sehr bedeutsam. Die Eröffnung am nächsten Handelstag sollte sehr genau beobachtet werden, um herauszufinden, ob der Markt eine Kurswende vollzieht. Beachten Sie, dass oft auch eine Kerze mit einem sehr kleinen Kerzenkörper als Doji bezeichnet wird.
Es gibt übrigens noch diverse Varianten des Doji. Diese werden wir an späterer Stelle vorstellen.
Am Freitag haben wir uns bereits das zweite mal mit dem Thema Doji beschäftigt. Und auch heute geht es um eine spezielle Art des Dojis, nämlich den Dragonfly Doji, der das Gegenstück zum Gravestone Doji darstellt. Heute greifen wir bei der Beschreibung dieser Kerze auf das Buch “Der Candlestick Kurs” von Steve Nison zurück.
Der Dragnofly Doji bildet sich mit dem Eröffnungs- und Schlusskurs am oder nahe beim Hoch der Kerze. Diese Kerze sendet bullishe Signale aus. Ihr langer unterer Schatten zeigt, dass der Markt während der Periode stark gefallen ist, aber der Kaufdruck trieb den Kurs wieder auf oder nahe an das Periodenhoch. Der Doji erinnert deswegen an einen Hammer ohne Körper.
Seien Sie vorsichtig, wenn Sie einen Doji sehen, der während einer Abwärtsbewegung auftritt, die sich bereits im überverkauften Bereich bewegt. Normalerweise sind Doji in Abwärtsbewegungen nicht von Bedeutung, aber der Dragonfly Doji ist eine Ausnahme.

Der am Freitag vorgestellte Gravestone Doji stellt das Gegenstück zum Dragonfly Doji dar. Bei ihm liegen Eröffnungs-, Tief- und Schlusskurs am unteren Ende der Kerze.
Hier noch ein kleiner Tipp von Steve Nison:
Der Doji hat eine höhere Signalwirkung, wenn er selten auftritt. Wenn sich mehrere Doji in einem bestimmten Chart gebildet haben, betrachten Sie die Bildung eines neuen Doji als nicht mehr signifikant.
Nachdem wir uns am 22. Januar bereits über den Doji im Allgemeinen befasst haben, betrachten wir heute eine besondere Ausformung des Doji – nämlich den Gravestone Doji.
Der Gravestone Doji (gravestone = Grabstein) kommt viel seltener vor als der sogenannte allgemeine Doji, aber er gibt ein noch deutlicheres Signal. Man sagt, dass die Bullen am Ende einer ausgedehnten Kursbewegung versuchen, den Markt noch weiter nach oben zu befördern, was ihnen jedoch nicht gelingt. Der Basiswert ist nicht in der Lage, ein neues Hoch zu entwickeln, sodass der Eröffnungskurs und der Schlusskurs genau zusammenfallen, wodurch eine Kerze entsteht, die wie ein Grabstein aussieht.

Der obere Absatz beschreibt exakt, was wir auf dieser Illustration erkennen können. Die Informationen stammen aus dem Buch “Die 21 wichtigsten Candlestick Formationen” von Dr. Melvin Pasternak.
Wir beschäftigen uns bereits seit einigen Wochen mit Candlestick-Formationen. Im gestrigen Beitrag ging es beispielsweise um den Hammer, den wir im Zuge der Spinning Tops kennengelernt haben. Heute geht es um den Hanging Man, morgen dann um den Shooting Star. Damit haben wir diese drei ähnlichen Formationen (Hammer, Hanging Man und Shooting Star) abgehandelt. Für den heutigen Beitrag wurden Informationen von “Alles was Sie über Technische Analyse wissen müssen (Pierre M. Daeubner)” und “Der Candlestick Kurs (Steve Nison)” herangezogen.
Der Hanging Man trägt ursprünglich den Namen “Kubitsuri”. Er hat dieselbe Kerzenform und Eigenschaften wie der Hammer. Einziger Unterschied ist der vorausgehende Trend der Formation. Beim “Gehängten” ist es ein Aufwärtstrend anstatt eines Abwärtstrends wie beim Hammer. Somit ist die Namensgebung für diese Kerzenformation einzig und allein vom vormaligen Trend abhängig. Der Hanging Man ist somit ein Umkehrsignal für einen haussierenden Markt und signalisiert stagnierende oder sinkende Kurse.

Hier noch ein Tipp von Steve Nison:
Wegen des bullishen unteren Schattens des Hanging Man könnte man denken, dass diese Kerze nur bullish sein kann. Obwohl der bullishe Schatten positiv ist, zeigt der Körper des Hanging Man doch ein gewisses Zögern. Und der lange untere Schatten zeigt – obwohl eigentlich ein positives Signal – dass zur gleichen Zeit der Markt während der Handelsperiode einen Ausverkauf erlebt hat.
Und hier ein paar Tipps von Pierre M. Daeubner:
Der Hanging Man hat nach einer Aufwärtsbewegung nicht die gleiche Zuverlässigkeit wie der Hammer in einer Abwärtsbewegung. Deswegen sollten Sie bei einem Hanging Man immer eine klare Bestätigung abwarten, bevor Sie eine Position aufgrund eines Hanging Man eröffnen. Kerzentechnisch sind folgende drei Bestätigungen sinnvoll:
-) Der auf den Hanging Man folgende Handelstag öffnet unter dem Hanging Man Körper.
-) Der auf den Hanging Man folgende Handelstag schließt unter dem Hanging Man Körper.
-) Der auf den Hanging Man folgende Handelstag unterschreitet die Hanging man Lunte innerhalb des Handelstages
In älteren Beispielen haben wir bereits über Kerzen mit kleinen Körpern gesprochen. Diese weisen oft auf die Unentschlossenheit von Marktteilnehmern hin, vor allem dann, wenn sie in der Nähe von Unterstützungs- oder Widerstandszonen auftreten.
Im heutigen (und morgigen) Beitrag werden Kerzen mit langen Körpern beschrieben. Diese können ebenfalls starke Signale geben, und dies besonders dann, wenn sie Unterstützungs- oder Widerstandszonen berühren.
Eine Kerze mit einem kleinen Körper am Ende eines Aufwärts- oder Abwärtstrends – aber auch bei zwischenzeitlichen Bewegungen zu einem Hoch oder Tiefpunkt – verdeutlicht, dass Bullen und Bären gleich stark sind. Das Gegenteil dieser Klein-Körper-Umkehrkerzen, also Spinning Tops, High Wave Candles und Doji, sind Einzelkerzen mit langen schwarzen oder weißen Körpern. Die Japaner nennen Kerzen mit solch langen Körpern Belt Holds.

Die Abbildung veranschaulicht, dass der Bullish Belt Hold aus einer langen weißen Kerze besteht. Dieser eröffnet am oder sehr nahe am Tief der Periode und schließt am oder nahe am Hoch der Periode. Wenn diese Belt-Hold-Kerze in einer Abwärtsbewegung auftritt, so deutet sie auf eine bevorstehende Rally hin. Wenn sie in einer Aufwärtsbewegung vorkommt, so hält sie den bullishen Trend aufrecht.
Auf der rechten Seite der Abbildung erkennt man, dass der Bearish Belt Hold aus einer langen schwarzen Kerze besteht, die am Hoch oder in der Nähe des Hochs der Periode eröffnet, um dann im Laufe der Sitzung tiefer zu fallen. Wenn diese Kerze in einem übergeordneten Aufwärtstrend erscheint, kann sie eine obere Umkehr ausbilden.
Noch eine kurze Anmerkung von Steve Nison:
Der japanische Name für einen Belt Hold leitet sich vom Begriff “yorikiri” aus dem Sumo-Ringen ab. Yorikiri bedeutet so viel wie “den Gegner aus dem Ringe drängen, während man seinen Gürtel festhält”.
Im morgigen Beitrag werden wir dann auf die Besonderheiten im Umgang mit Belt-Hold-Kerzen eingehen. Die Informationen für diesen Beitrag stammen übrigens aus “Der Candlestick Kurs” von Steve Nison.
In einigen der vorangegangenen Beiträge ging es bereits um Kerzen mit kurzen Körpern. Gestern haben wir jedoch jene Kerzen charakterisiert, die lange Körper aufweisen. Heute werden wir hierzu noch ein bisschen mehr ins Detail gehen.
Allgemein gesagt: Je länger eine Belt-Hold-Kerze ist, desto wichtiger ist das von ihr gegebene Signal. Denn schließlich bedeutet eine starke Kursbewegung in eine Richtung, dass entweder die Bullen oder die Bären diese Handelsperiode eindeutig dominieren.
Wie Sie anhand der Unterstützungs- und Widerstandslinien in der Abbildung erkennen können, sind Belt-Hold-Kerzen extrem wertvolle Signale, da sie die Chancen auf eine Trendumkehr erhöhen – insbesondere wenn sie an bestehenden Unterstützungs- und Widerstandszonen auftreten und dabei die Wirkung dieser Zonen noch bestätigen. Belt Holds sind dabei noch signifikanter, wenn sie noch nicht im aktuellen Zeitfenster des Charts vorgekommen sind.

Wie viele Kerzen-Umkehrsignale, so können auch Bullish und Bearish Belt Holds eine wichtige Rolle in einer vernünftigen Money-Management-Strategie spielen, beispielsweise wenn Sie long sind und Ihre Aktienkurse in einem Aufwärtstrend steigen. Jetzt erscheint ein Doji oder Spinning Top, und dann bildet sich ein Bearish Belt Hold. Der Doji war zunächst eine Warnung, die Long-Position zurückzufahren. Der Bearish Belt Hold bestätigte dann aber die Umkehr, und Sie wollten überlegen. ob Sie nicht die ganze Position schließen und den Gewinn mitnehmen.
Hier noch eine Anmerkung von Steve Nison:
Die Japaner sagen: “Ein einzelner Pfeil kann leicht zerbrochen werden, aber nicht zehn in einem Bündel”. So ist es auch mit Volumen und Kerzen. Das Volumen ist eine wichtige Komponente der Marktpsychologie. Hohes Volumen beschleunigt die Bewegung einer Aktie nach oben oder unten und hilft sogar, Trends zu bestätigen. Daher wird eine Bewegung nach oben oder unten bei geringem Volumen oft scheitern, da es den Investoren an Überzeugung mangelt.
Ein Bearish Belt Hold kündigt eine Trendumkehr mit hoher Genauigkeit an, wenn er nahe eines Widerstands eröffnet und dann viele Punkte unterhalb des Widerstands schließt. Ein gleichzeitig hohes Volumen verstärkt diese Prognosekraft weiter. Folglich hat ein Bullish Belt Hold, der von einer Unterstützungslinie nach oben abprallt, mehr Kraft, einen Aufwärtstrend zu initiieren, wenn er sich bei hohem Volumen bildet und am Hoch der Periode oder zumindest in der Nähe des Hochs schließt.
Die Informationen für diesen Beitrag stammen zum Großteil aus “Der Candlestick Kurs” von Steve Nison.
Am Donnerstag und Freitag letzter Woche waren Kerzen mit langen Körpern bereits ein Thema. Heute werden wir dieses Thema abschließen.
Gestern haben wir jenes Szenario beleuchtet, welches beschreibt, was zu tun ist, wenn man eine Long-Position im Aufwärtstrend hält. Das umgekehrte Szenario tritt ein, wenn Sie eine Short-Position in einem Abwärtstrend halten. Vielleicht verlangsamt sich die Abwärtsbewegung, und ein Bullish Belt Hold bildet sich an einer bestehenden Unterstützungszone. Sie können sich jetzt entscheiden, ob Sie Ihre gesamte Position oder zumindest einen Teil davon eindecken, um so Ihre Gewinne zu sichern.
Der lange untere Schatten des Hammers verdeutlicht, dass der Markt zu einer bestimmten Zeit einen scharfen Ausverkauf erlebte. Am Ende der Periode hat der Markt aber das verlorene Terrain wiedergewonnen und in der Nähe des Hochs der Handelsperiode geschlossen. Mit anderen Worten: Der lange untere Schatten zeigt bildhaft, dass der Markt die niedrigeren Kurs-Level nicht angenommen hat. Gleiches gilt, wenn eine lange weiße Kerze einen langen oberen Schatten ausbildet. Denn dieser obere Schatten nimmt einiges von der bullishen Wirkung der langen weißen Kerze.

Jetzt stellen Sie sich aber umgekehrt vor, Sie sehen, dass sich ein Markt bei vorherigen Tiefs oder Unterstützungszonen stabilisiert. Zu dieser Zeit bilden sich viele Schatten mit langen unteren, also bullishen, Schatten – ungeachtet der Länge des Körpers. Das sagt Ihnen, dass die Käufer jedes Mal, wenn der Kurs auf dieses Unterstützungsniveau fällt, einen Boden bildet und anschließend einen eventuell vorhandenen Widerstand bei hohem Volumen nach oben durchbricht. Geschieht dies, so eröffnen Sie eine Long-Position.
Wir haben jetzt gelernt, wie wirkungsvoll einzelne Kerzen sein können. Wenn diese Kerzen dazu noch in der Nähe von Unterstützungen und Widerständen auftreten, sind sie umso aussagekräftiger.
Hier noch eine Anmerkung von Steve Nison:
Trendlinien werden in einem Kerzenchart in der gleichen Weise eingezeichnet wie in einem Barchart, nämlich indem für ene Unterstützungslinie die Tiefpunkte der Periode miteinander verbindet und für einen Widerstand die Hochpunkte der Periode. Daher verwenden Sie, um eine Trendlinie in Kerzencharts zu zeichnen, die Spitzen der oberen Schatten und die Tiefs der unteren Schatten.
Das war heute der vorerst letzt Beitrag zum Thema Kerzen mit langen Körpern. Die Informationen für diesen Beitrag stammten zum Großen Teil aus “Der Candlestick Kurs” von Steve Nison.
Gestern haben wir ein paar Worte über Steve Nison und seinen Werdegang verloren, heute widmen wir uns jedoch wieder den grundlegenden Erkenntnissen, die er über die Analyse von Candlesticks gewonnen hat. Im heutigen und morgigen Beitrag geht es dann um seine Ausführungen zu Spinning Tops und High-Wave-Kerzen in der Theorie. In einem dritten Beitrag widmen wir uns dann dem Umfeld in dem diese Kerzen auftreten können, und welche Namen besondere Varianten dieser Kerzen tragen.
Kerzencharts zeigen nicht nur die Umkehr von Trends frühzeitig an, sondern veranschaulichen darüber hinaus die zu Grunde liegenden Kräfte dieser Bewegung. Da beinahe jede Kerze eine Geschichte über die Marktstimmung beziehungsweise das Marktverhalten erzählen kann, erkläre ich zunächst, wie man Kerzenkörper benutzt, um die Kraft des Trends zu erkennen.
Sie werden sich vielleicht daran erinnern können, das oftmals gemeint wird, dass die Japaner den Körper als Essenz der Kursbewegung betrachten. Tatsächlich erlaubt die Länge des Kerzenkörpers in Relation zu seinen Schatten Einblicke in die Psychologie des Aktienmarktes. Offensichtlich dominieren die Bullen in einer Handelsperiode, die durch einen langen weißen Körper dargestellt wird. Ein schwarzer Kerzenkörper zeigt dagegen, dass die Bären die größere Kontrolle ausüben. Wenn jedoch ein Körper kleiner wird – der Körper kann dabei weiß oder schwarz sein – ist dies ein deutlicher Hinweis darauf, dass der bisherige Trend an Dynamik verliert.
Ein Spinning Top (Siehe: die vier Kerzen links in der Grafik) ist der bildhafte japanische Ausdruck für eine Kerze mit einem schmalen Körper, der entweder schwarz oder weiß sein kann. Spinning Tops können obere oder untere Schatten haben – oder auch keine. Die wichtigste Eigenschaft zur Identifizierung dieser Kerze ist ihr sehr kleiner Körper. Ein Spinning Top, das keinen Körper hat, heißt übrigens Doji, und wurde von uns bereits in älteren Beiträgen besprochen.

Ein kleiner Körper zeigt, dass die Bullen und Bären sich ein Tauziehen liefern, in dem weder die Bullen noch die Bären den Sieg erringen können. Verkaufsdruck (Bären) verkleinert den Kerzenkörper, aber Kaufdruck (Bullen) verhindert, dass sich ein langer schwarzer Körper bildet. Ein Spinning Top bildet sich aber auch, wenn sich die Nachfrage erhöht, aber ein gesteigertes Angebot verhindert, dass der Markt einen langen weißen Körper ausbildet.
Und hier noch eine kleine Anmerkung von Steve:
Die Farbe eines kleinen Körpers ist nicht relevant. Der kleine Körper selbst sendet das Warnsignal, nicht die Farbe.
Im morgigen Beitrag werden wir dann über die High Wave Candles sprechen, die in der Grafik rechts zu sehen sind. Alle Informationen stammen übrigens aus dem Buch “Der Candlestick Kurs” von Steve Nison.
Im gestrigen Beitrag ging es um Spinning Tops. Wir haben dabei gelernt, dass der kleine Kerzenkörper an sich das Warnsignal aussendet und nicht die Farbe des Körpers. Hat ein Spinning Top gar keinen Körper, dann handelt es sich um einen Doji. Über die besonderen Arten von Dojis haben wir bereits in älteren Beiträgen gesprochen. Heute widmen wir uns den High-Wave-Kerzen. Wir ziehen dabei erneut Informationen von Steve Nison heran, über den wir zu Beginn der Woche schon einiges in Erfahrung bringen konnten.
Spinning Tops haben eine Art Cousin, der High Wave Candle genannt wird. High Wave Candles haben sehr kleine, schwarze oder weiße Körper. Um aber als High Wave zu gelten, müssen diese Kerzen nicht nur einen kleinen Körper, sondern auch noch lange obere und untere Schatten haben. Der obere und der untere Schatten der High Wave Candles müssen nicht die gleiche Größe haben, aber sie müssen länger als üblich sein.

Wenn Spinning Tops die Unsicherheit von Bullen und Bären beschreiben, so veranschaulichen High Wave Candles völlige Konfusion. Wie Sie anhand der Grafik (siehe dazu die beiden Kerzen ganz rechts) erkennen können, wurde die Aktie einige Zeit nach der Eröffnung der Handelsperiode durch starken Kaufdruck zu einem sehr weit entfernten Hoch gepusht. Dies macht der lange obere Schatten deutlich. Während derselben Periode trieb der dann einsetzende Verkaufsdruck den Druck zu einem sehr niedrigen Tief. Dann am Ende der Periode, kehrt der Kurs fast wieder auf sein Ausgangsniveau zurück. Das ist Konfusion!
Auch hier noch eine kleine Anmerkung von Steve:
Der Name High Wave Candle entstand aus der Vorstellung der Japaner, die die ausgedehnten oberen und unteren Schatten mit den hohen Wellen des Ozeans vergleichen. Wieder einmal gewinnen wir einen Eindruck von der Bildhaftigkeit, mit der Japaner den Kerzen ihren Namen geben.
Aller Informationen stammen übrigens aus dem Buch “Der Candlestick Kurs” von Steve Nison.
In den letzten beiden Beiträgen ging es um Spinning Tops und um High Wave Candles. Welche Charakteristika diese in der Theorie aufweisen können, haben wir anhand der Erkenntnisse von Steve Nison besprochen. Hinzu kamen interessante Anmerkungen von seiner Seite. Heute werden wir noch ein paar ergänzende Informationen zu Spinning Tops und High-Wave-Kerzen besprechen sowie eine Vorschau auf besondere Varianten von diesen Kerzen werfen, die dann in späteren Beiträgen im Detail besprochen werden.
Nun kann man Spinning Tops und High Wave Candles auch in den Kontext eines Aufwärts- oder Abwärtstrends in einem Chart einordnen. In einem stabilen Aufwärtstrend mag der Markt zwar steigen, aber die Form der Kerze während des Anstiegs ist ein wichtiger Hinweis auf die Nachhaltigkeit des Anstiegs. Lange weiße Körper sind wie ein grünes Licht, das zeigt, dass die vorherige Rally weitergeht. Wenn sich jedoch während eines Kursanstiegs kleine Körper bilden – entweder schwarz oder weiß – wird es gefährlich, den Markt von der Long-Seite anzugehen. Der kleine Körper zeigt dass die Bullen nicht die völlige Kontrolle haben – trotz der steigenden Kurse. Solche Spinning Tops sind daher eine Warnung, in diesen Markt nicht von der Long-Seite zu gehen. Spinning Tops treten folgerichtig in einem Markt auf, der zunehmend übertreibt und sich wahrscheinlich einem Widerstand nähert: Ein Trendwechsel beziehungsweise eine Umkehr könnte sich ankündigen.

Wenn sich also Spinning Tops bilden, die sich in einer Konsolidierungsformation oder einer Box Range seitwärts bewegen, so signalisiert diese keine Trendumkehr und keinen Trendwechsel. Der Markt ruht sich nur aus, bis er nach oben oder unten aus dem Kursbereich ausbricht. Daher haben Spinning Tops und High Wave Canles keine Prognosewirkung, wenn sie in einer Box Range verlaufen.
Drei Kerzen, die Spinning Tops enthalten sind der Hammer, der Hanging Man und der Shooting Star. Diese Kerzen werden wir in späteren Beiträgen erläutern. Alle Informationen stammen übrigens aus dem Buch “Der Candlestick Kurs” von Steve Nison.
Wir sind in den vergangenen Monaten immer wieder auf die verschiedensten Candlestick-Formationen bzw. einzelne Candlesticks eingegangen. Interessanterweise wird ein Name immer wieder mit Candlesticks in Verbindung gebracht, und zwar jener von Steven Nision. Dies hat auch einen guten Grund. Er hat diese Chartdarstellungsform im Westen zur Popularität gebracht. Sehen wir mal, was es noch über diesen Mann zu wissen gibt.
Steve Nison, Chartered Market Technician (CMT), ist Präsident von Candlecharts.com. Er ist der Erste, der die verblüffende Aussagekraft der Kerzencharts der westlichen Welt zugänglich gemacht hat, und die führende Autorität auf diesem Gebiet. Seine Bücher “Japanese Candlestick Charting Techniques” und “Beyond Candlesticks” sind als die Bibeln der Kerzencharts bekannt.
Nison hat sein Trading-Strategien in 18 Ländern Tradern aus nahezu jedem Finanzunternehmen vorgestellt, inklusive der Weltbank und der amerikanischen Zentralbank. Sein Werk wurde von den Finanzmedien in aller Welt hervorgehoben, darunter vom “Wall Street Journal”, “Worth Magazine” und “Barron’s”. Er war früher Senior Technical Analyst bei Merril Lynch und Senior Vice President bei DAIWA Securities. Er absolvierte einen MBA in “Finance and Investments”.
Candlecharts.com bietet eine breite Auswahl an Services und Produkten, die sein Bücher ergänzen, darunter One-site- und Web-based-Seminare, Kerzenchartsoftware, Kundenberatung und Video-Workshops. Des weiteren bietet er einen kostenlosen Newsletter an.
Diese Beschreibung stammt übrigens aus seinem Buch “Der Candlestick Kurs”. Wenn man von der Selbstbeweihräucherung und der Eigenwerbung absieht, dann erkennt man, dass es sich bei Steve Nison um einen absoluten Fachmann handelt. Auch in Deutschland war er schon zu sehen. Und zwar auf der TradersWorld 2005. Viel wichtiger ist jedoch die Tatsache, dass es sich bei ihm wirklich um die Koriphäe beim Thema Candlesticks handelt. Er will einem angenehmerweise keine Strategien verkaufen, sondern vielmehr auf Interpretationsmöglichkeiten der verschiedenen Candlesticks und Candlestick-Formationen.
Und genau diesen werden wir uns in den nächsten Wochen wieder widmen.
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