Wir haben ja schon darueber gesprochen, dass die letzten Jahre fuer trendfolgenden Handelsansaetze (BreakOuts, Momentum, TurtleSystems, etc.) wahrscheinlich die schlechteste Zeit war, seit wir alle ueberhaupt trendfolgend traden koennen. (Oder haben wir jemanden unter uns, der schon vor den 60ern an den Maerkten aktiv war?).

In einem Kommentar kam dann der Vorschlag, man solle sich angesichts der “Choppyness des Marktes” doch nicht auf Swing-Trades konzentrieren, sondern eher in kurzfristigere Zeitebenen hinuntersteigen, um so schneller traden zu koennen. Dann ist man nicht den Saegezahnverlusten ausgesetzt.

Ist der schnelle Intraday-Handel wirklich die Loesung fuer das Problem? Ist ein Verringern der Zeitebene der Weg zu Profitabilitaet fuer ein auf Momentum aufbauendes System? Oder ist es Harakiri die Zeitebene zu verringern?

Wie schon im ersten Teil dieses Artikels basteln wir uns einen sehr, sehr einfachen Backtest zusammen. Wir kaufen bei Staerke, und verkaufen bei Schwaeche. Darauf laeuft jedes trendfolgende System hinaus – die Frage ist nur, wie man es dann eben genau verfeinert und einstellt. Einziger Unterschied: statt mit Tageskerzen zu arbeiten, verwenden wir jetzt 15 Minuten Charts.

In den 90er Jahren war es sehr einfach. Man suchte sich einen Trend, und sprang Intraday auf. Ab dem Jahr 2000 stagnierte diese Strategie ein wenig, konnte jedoch bis ins Jahr 2006 noch ganz gut performen. Doch seit dem Jahr 2006 wird es schwieriger und schwieriger auf Trends aufzuspringen. Bei diesen Tests gab es keine Overnight-Holdings – es handelt sich also wirklich um Daytrading per se.

Wie sieht es mit den Shorts aus? Wenn ich immer intraday bei Schwaeche verkaufe? Wie haette ich dann abgeschnitten?


Wer gedacht hat, die trendfolgende Strategie hat in den 90er Jahren gut funktioniert, nur weil die Maerkte gestiegen sind, der hat sich geschnitten. Denn mit den Shorts hat man auch Intraday-Trendfolgend in den 90ern gutes Geld verdient. Bis ins Jahr 2006 gab es auch hier nicht den geringsten Anlass fuer Zweifel. Doch auch hier versagen die Systeme (bzw. befinden sich in einem Drawdown) seit 2006/2007.

Was ist die Konsequenz fuer mich als Trader?

Option 1 ist alles aufzugeben, und das mit dem Trading sein zu lassen.

Nun, Option 2 ist zu Jammern, dass die Strategien die mich zum Trader werden haben lassen – und mir ermoeglicht haben einen finanziellen Polster aufzubauen jetzt beginnen zu versagen. Der Markt aendert sich immer, und jetzt zeigt er ein ganz anderes Gesicht, als er die laengste Zeit hatte.

Option 3 ist flexibel zu sein. Jeder, der die besten Trading Strategien gelesen hat, weiss, dass ich bisher nicht viel Mean-Reversion Ansaetzen gehalten habe. Wenn ich allerdings wieder zu den Gewinnern gehoeren will, dann muss ich mich ZEITNAH auch darum kuemmern, einige Mean-Reversion Ansaetze mit den trendfolgenden Ansaetzen zu kombinieren.

Option 1 ist inaktzeptabel. Aufgeben tut man nur einen Brief. Und Option 2 faellt auch weg, denn ich bin kein Journalist der mit Jammern Geld verdienen kann. Also bleibt mir nur Option 3 uebrig :-)


Traden lernen:

http://www.daytrading.de/trading-lernen-personal-coaching/





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