Fast jeder Trader hat es schon einmal erlebt: Man hat Entscheidungen getroffen die man betrunken nicht getroffen hätte. Doch was hilft das im Nachhinein? Nichts. Die Träume sind zerstört und monatelange oder jahrelange Arbeit in ein paar Stunden vernichtet. Die meisten Leute lassen nach einer solchen Erfahrung die Börse in Ruhe und ziehen weiter. Das schöne an der Börse ist jedoch, dass man auch nach einem Absturz wieder aufstehen kann! Extremsportler können das unter Umständen nicht, sondern können nach einem dramatischen Fehler oft nie wieder ihren Beruf ausüben.
Als ich das Buch „Market Wizards“ mit Interviews von Top Tradern gelesen hatte ist mir aufgefallen, dass es fast (!) keine Trader gab, die nicht mindestens einmal einen Totalverlust erlitten hatten. Mir ist es einmal bisher so ergangen und ich habe aus dieser Erfahrung viel gelernt.
Ein Blog Post von Brett Steenbarger http://traderfeed.blogspot.com/ hat mich angeregt mir erneut Gedanken zu diesem Thema zu machen. Ein ihm bekannter Trader hat sich verzockt und er schreibt in dem Post über die Gründe die er dafür sieht. Ich denke es ist schwierig zu definieren wann man hohe Risiken eingeht. Es kommt darauf an wie man mit dem Risiko umgeht bzw. ob man weiß was man tut. Es ist daher sehr subjektiv. Hier passt der Vergleich mit Extremsportlern: Natürlich ist es lebensgefährlich was sie machen, aber sie gehen die „hohen“ Risiken bewusst ein, weil sie sich ziemlich sicher sind diese managen zu können. Auch große Trader haben sich manchmal überschätzt. Ich denke, eine der schwierigsten Herausforderungen die Trader haben ist es Risiko intelligent zu managen.
Hier die Links zu 2 relevanten Artikeln von Brett Steenbarger:
http://traderfeed.blogspot.com/2009/04/illusions-and-blowup-of-trader.html
http://traderfeed.blogspot.com/2007/11/doll-face-trader.html
„What killed his trading was an illusion: an image of success that ever receded beyond his grasp. The following video is about about the illusions in life that try to change you and what happens when you take great risks to become a different person. Look hard at the final image of the mechanical doll in the video. That is the trader I knew. „
The greatest glory in living lies not in never falling, but in rising every time we fall.
Traden lernen:







Das hört man oft. Aber nicht direkt von jemand, dem es so ergangen ist, sondern nur immer vom Hörensagen. “Ich kenn da jemanden, der kennt einen …”
Natürlich mag man Leute kennen, die schon mal pleite waren. Aber das sind in aller Regel auch keine guten Trader. Das häufig zitierte Gerede vom ‘schon mal pleite gewesen’ kommt mir so vor wie das vielbemühte Kokettieren mit der Mathe-Schwäche in der Schule. Kein Star oder Sternchen, das nicht in der Schule eine Fünf in Mathe gehabt haben will und der unausgesprochenen message “seht her, aus mir ist doch was geworden”.
“Guter Trader” und “mindestens schon mal pleite gewesen” – das ist fast ein Oxymoron. Die Umkehrung ist aber noch lange nicht wahr: wer nie pleite war, ist deshalb noch kein guter Trader :]
Verstehe was du meinst. Ich denke das kommt daher, dass die meisten Leute es nicht vor anderen zugeben dass sie sich schon mal verzockt haben. Phillipp ist beispielsweise noch nicht Pleite gewesen und IMO tradet er bisher super… Heisst also nicht das es nicht ohne dieser Erfahrung geht…
Ich denke man muss hier klar unterscheiden zwischen einer wirklichen “Pleite” und einem “Konto an die Wand fahren”!
Eine totale finanzielle Pleite mit Privatinsolvenz in Deutschland hat nachhaltige Auswirkungen auf den Werdegang
und das Wiederaufnehmen des Tradings. Wer durchs Trading in die Provatinsolvenz gehen muss ist vermutlich kein guter Trader.
Oxymoron ist gut!
LG Aurelius
Also “Pleite” wäre schon wirklich fatal… Glaube auch dass das den wenigsten passiert…