Offene Diskussion zu Kommissionen: Wieviel % Risk / Trade zur Profitabilität? Raus mit der Sprache…

Offene Diskussion zu Kommissionen: Wieviel % Risk / Trade zur Profitabilität? Raus mit der Sprache…

Eine interessante Frage die mir jetzt mehrfach gestellt wurde ist folgende:

Zitat:

Hi Philipp,

ich trade jetzt seit einiger Zeit aber schaffe es nicht Gewinne zu machen…meine Kommissionen sind einfach zu hoch denke ich sodass ich einfach nicht vom Fleck komme…was kann ich tun? Ich habe ein 10.000 Euro Konto.

[...]

Gruß,

Sebastian

Interessantes Problem den ich kenne es aus dem letzten Jahr auch gut! Wie schafft man den Spagat zwischen Profitabilität und Risiko?

Ich habe diese Frage für mich letztes Jahr so beantwortet:

  • Kommissionen sollten nicht mehr als <= 3% des Trades ausmachen
  • Trade Frequenz in Seitwärtsphasen senken bzw. die Positionsgrößen an eine Rage-Trading Strategie angleichen um diese 1-2% zu erreichen
  • Nur “gute” Setups Traden wenn man ein diskretionäres System handelt
  • Konstant das Risk-Management einhalten es sei denn das Setup erlaubt eine Variation des Tradegröße (Z.b. Kombination aus Breakouts, großem Volumen etc.)
  • In Trendigen Märkten tradet es sich daher besser weil die Trades ggf. sofort in die gewünschte Richtung laufen und eweniger Whipsaw-Verluste anlaufen.

Simple Trading Mathematik bestätigt die Tatsache das wir (wenn wir mit R-Vielfachen agieren) Serien haben werden und die Kommissionen hier nicht mehr als 3%  des Trades ausmachen sollten.

Bsp. 10 Trades mit 1% Risk bei einem 40k Konto = 400 Risk / Trade. Davon Bsp. 14$ für den Roundturn = 3.5% / Trade gemessen am Risk.

In 10 Trades sind das 10 x 3.5% / Trade == 140$ / 10 Trades mit 1% Risk. Wenn in diesen 10 Trades aber nur 250 oder so verdient wird bringt das alles nix!

Welche Optionen haben wir also:

  1. Weniger Traden wenn die Commissions 3.5% sind 10 Trades / Tag in Aktien geht dann nicht wenn der Durchschnittsgewinn bei ca. 100$ liegt.
  2. Daher “besser Setups” traden dort aber das Risiko erhöhen um von Trends zu profitieren
  3. Daytrading dann eher erst ab Konten von mindestens 30 – 40k um genug Puffer zu haben (oder mini-futures wegen den kleineren commissions

Ergo: Höhere Trefferquote weniger Trades. Sonst stirbt man im Kampf gegen die Windmühlen. Jeder Trade sollte mindestens das 10-Fache der Commissions verdienen! Mindestens….

Trader mit kleinen Konten haben es also schwer. Ihnen fehlt das Kapital um die teuren (gerade bei CFDs) Transaktionskosten zu bezahlen und gleichzeitig profitabel zu sein. Der “Aufwand” lohnt dann einfach nicht.

Nun würde mich interessieren was Ihr für Strategien habt um genau dieses Problem zu lösen. Die wenigsten werden Prop-Trading betreiben und Cent-Beträge zahlen. Daher ist das eine Überlegung die jeder Trader in seine Handelsystem eingebaut haben sollte….

Macht Euch also bewusst an welchen Stellschrauben gedreht werden muss um die Profitabilität zu erhöhen und vor allem WANN an diesen Stellschrauben gedreht werden muss (Stichwort: Marktphasen und Zeitebenen).

Es macht keinen Sinn eine Swingtrading-Strategie im Daytrading auf dem 5min Chart zu verwenden. Hier müssen einfach unterschiedliche Handelsstile her. Jeder Trader sollte sich dieser Bedingung bewusst sein! Mit welcher Strategie und Zeitebene man am besten traden kann muss jeder für sich selbst wissen….

Ich bin gespannt auf eine fruchtbare Diskussion….!



Philipp

Über den Autor

Quote: "you know less than you think you do" // Location: "Where the money is!"

Kommentare (13):

  1. Sebastian, schaust nicht mehr hier rein ???????

    Schöne Weihnachten allen……..

    Offene Frage : Was ist mit Pierre D. neuen Buch ??
    Ich war einer der auch 100€ oder waren es mehr gestiftet hatte für einen Guten Zweck damit die Seiter kostenfrei bleibt, oder blieb.
    Um auf der Seite die einfachheit des Tradens zu erlernen. Jetzt ist Pierre weg Geld weg Buch nicht da und nun …………….
    Hat wer nee Antwort außer selber schuld.

    Danke Grüße Tom

  2. Haste darauf was gelernt?

    Pierre ist ein Abzocker wie fast alle in der Finanzbranche und es ist immer wieder unglaublich zu sehen, dass es immer wieder klappt und immer klappen wird

  3. Vielleicht kann man auch mal beim Thema bleiben jungs.
    ich find den artikel sehr interessant, vor allem, da ich momentan selbst vor dem problem stehe, mich für ein handelsinstrument entscheiden zu müssen. ich handel ein sehr kleines konto (<10.000€) und wollte mich eigentlich dennoch für cfds entscheiden, da die handhabung mit abstand am einfachsten ist. aber die kosten stehen wie ja schon erwähnt gegenüber.

    hat jemand auch mal mit so nem kleinen konto angefangen? würd er jetzt was anders machen? oder soll ich lieber nochn paar jahre sparen? :D

  4. Zed, ich habe mit einem 10k Kto. angefangen und es innerhalb der Hausse Q1&2 2009 auf insgesamt knapp 40k heraufgetradet. Mit CFDs….jetzt da wir seid Monaten nicht mehr von einem “einfachen” Marktumfeld sprechen können ist dieses Geld auf ein DMA Konto in die US gewandert mit wesentlich niedrigeren Kosten. M.E. macht es mit CFDs nur Sinn in einer Hause gehebelt buy+hold u betreiben oder FX zu traden wegen der niedrigen Gebühren. Alles andere macht nur den CFD MM reich. Also warte lieber auf Swings die Du mit CFDs ausreizen kannst oder spare weiter bis Du mindesten 30k$ beisammen hat für ein daytrading Kto. in den USA.

    Eine Alterative ist ein CFD Broker ohne Kommissionen oder billigen Futures (1/100 Größe) wie z.B. AktivTrades….mehr dazu in einem ausführlichen Artikl wie es auch mit kleinen Konten möglich ist sinnvoll zu traden…!

    Philipp

  5. “Pierre ist ein Abzocker wie fast alle in der Finanzbranche”

    Nein, das glaube ich weniger; er ist genauso ein Trader wie viele andere von uns auch – ihn hat nur das Schicksal ereilt, dass er die persönliche Verlust- und Ich-habe-Recht-Krise – die jeder von uns mehrfach durchlebt hat – in aller Öffentlichkeit demütigend durchstehen musste. Ist eine üble und harte Nummer.

    Ich war sicher immer einer seiner größten Kritiker, würde ihm aber nie vorsätzlichen Betrug unterstellen sondern vielmehr jugendliche Euphorie:
    “Sunt pueri pueri, pueri puerilia tractant.”

    LG Aurelius

  6. danke philipp! dann bin ich mal gespannt, denn 30k$ sparen is uncool :)

    gruß zed

  7. auf jeden Fall haha :-)

    über die freien Tage machen erörtern wir das Thema in einem fetten Post mal! Für alle Anfänger sicherlich interessant…

  8. Also fuer mich bleibt Pierre ein Betruger aber das nicht das thema und mir ist es ja auch egal ist nicht mein Geld.

    Back to topic

    Generell sind kleine Konten nicht geeignet zum Traden weil die Orderkosten zu hoch sind. Hast du denn schon eine Strategie die funktioniert, weil es spricht ja nichts dagegen erstmal Papertrading zu machen. Auch wenn es immer noch ein Umstieg ist von Paper zu real.

    Philipp hat das ja auch erst gemacht und denke das war auch gut fuer in.
    Philipp hat natuerlich recht, dass er Glueck hatte mit dem Marktumfeld, glaube nicht, dass das Konto auf 40 k hockgekommen waere im Momentanen marktumfeld.

    Lass die Finger weg vom Trading wenn dein Konto klein ist und spar lieber weiter, die ganzen Kosten machen dich sonst einfach Kaputt

  9. …so schaut’s aus GG – ich nehme kein Blatt vor den Mund wenn es um Glück geht – allerdings muss man beachten, dass ich die ganze Finanzkrise dank striktem RR/MM OHNE VERLUSTE überlebt habe – mit einem CFD-Account. So war ich bereit als die Märkte wieder zu trenden anfingen….das ist eine wichtige Einsicht: Haltet das Pulver trocken bis man auch mit CFD-Konten wieder ohne Probleme Gewinne machen kann…dafür sind die Dinger gut geeignet…haben wir Seitwärtsphasen wie jetzt (man schaue auf die Range im S&P, /ES, Aktien usw.) bringt das alles nichts und kostet Nerven. Ich bin mir sicher GG ist auch dann erst wieder dabei wenn es zu einem gültigen Ausbruch kommt….egal ob short oder long.

    Geduld ist eine wichtige Tugend…gerade jetzt!

  10. @Philipp kann man nicht besser sagen

  11. …wir sind hier zwar kein Signalservice aber wenn es wieder “los” geht dann kommt MIT SICHERHEIT ein Post dazu der dem ein oder anderen bei der Entscheidungsfindung hilfreich sein kann….!

  12. 1.
    Ob man in einer bestimmten Marktphase traden kann hängt vom System ab und nicht davon ob man CFDs tradet oder nicht.

    2.
    Das Argument, dass bei einem geringen Konto die Nebenkosten ein Trading unmöglich machen war vor 15 Jahren mal aktuell. Scalping oder Futures als Erwiderung dazu anzuführen wird sich ja wohl niemand wagen.

    3.
    Viel eher wäre es ein Argument, dass ein kleineres Konto weniger Fehler verzeiht.

  13. Bedingt Einverstanden: Wenn Du allerdings unterkapitalisiert bist kann Deine Strategie noch so gut sein und die Nebenkosten bei Trades mit für das kleine Konto angemessenem Risiko trotzdem nicht zum Erfolg führen.

    Beispiel: Du riskiert bei einem 1000€ Konto immer 1% – also 100€ oder so zahlst aber bereits 10% von den 1% für Comissions und dann nochmal 5% von den 100€ für Slippage u.ä. dann ist das ruinös.

    Aus diesem Grund behaupte ich, dass es gerade im CFD Bereich mit KLEINEM Konto eher sinnvoll ist direkt Index-CFDS oder Rohstoff CDS ohne ordergebühren mit ggf. vergrößertem Spread zu handeln.

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