1) Können Sie uns kurz Ihren Handelsansatz beschreiben? Unser Handelsansatz beruht auf mehreren Säu- len: Kurzfristigen Fundamentals, Technischer Analyse und Orderflow-Analyse. Wir suchen nach Mustern im Markt, die sich wiederholen, und haben für jedes Setup feste Handelsregeln. Für die Signalgenerierung nutzen wir die Technische Analyse, das Tape Reading beziehungsweise die Orderbuchanalyse, Sentiment-Betrachtungen, die Korrelationsanalysen sowie makroökonomi- sche und Unternehmensnachrichten. Wer an der Börse als Trader langfristig überleben will, braucht mehr als nur ein paar charttechnische Formatio- nen in seinem Playbook. 2) Das Thema Ihres Seminars lautet „Rohstoffe, Aktien & Optionen: Trends handeln, Positionen absichern, High Frequency Trading besiegen“. Was werden Sie dort zeigen? Schwerpunkt des Seminars ist Scalping beziehungsweise Day Trading. Als Day Trader sind Sie den meisten Risiken, denen Swing Trader unterlie- gen, nicht ausgesetzt. Im Gegenteil: Wenn starke Kursbewegungen aufgrund von geopolitischen Ereignissen oder anderen Nachrichten auftreten, können Sie als Day Trader davon profitieren, wäh- rend langfristig orientierte Trader ihre Gewinne abgeben, ausgestoppt werden (Flash Crash 2010) oder aufgrund der hohen Volatilität ihre Nerven verlieren. Interessanterweise herrscht die gängige Meinung, dass Day Trading der risi- koreichste Trading-Stil ist. Fakt ist allerdings: Je mehr Orders man im Rahmen seiner Strategie durchführt, desto kleiner wird das Risiko, Geld zu verlieren – gesetzt den Fall man weiß, was man tut. Der Grund liegt darin, dass man Risiko intel- ligenter allokieren und schneller auf Marktände- rungen reagieren kann. Wir wollen im Seminar das Trading ganzheitlich betrachten. Es geht in erster Linie um das kurzfristige Handeln, aber wahre Profis traden mehrere Zeitebenen gleichzeitig. Wie Sie das für sich umsetzen können, zeigen wir Ihnen gemeinsam mit unserem guten Freund und Multimillionen-Dollar-Hedgefonds-Manager Gordon C. Eckler. 3) Für wen ist das Seminar geeignet? Das Seminar ist besonders für alle Trader geeignet, die ihren Horizont erweitern und mehr über das kurzfristige Trading lernen möchten. Willkommen sind Trader aller Couleur: Anfänger, Profis, Swing Trader, Day Trader, Forex- und Rohstoffhändler, Privatanleger, Tape Reader und Futures-Trader. 4) Welchen Nutzen können die Teilnehmer aus Ihrem Seminar ziehen? Wir haben im Laufe unserer Karriere tausende Euros für falsche Broker, Lernmaterialien und Trainings ausgegeben und kennen die Probleme, mit denen gerade Anfänger konfrontiert sind. Wir wollen Ihnen in diesem Seminar zeigen, wie Sie mit gezieltem Training Ihr Trading systematisch verbessern können, ohne auf Lockangebote, schlechte Broker oder Signaldienste hereinzufal- len. Erfolgreiche Trader hingegen isolieren ihre Stärken und besiegen ihre Schwächen mit Flexi- bilität, Training und neuen Strategien. Abseits der immer wiederkehrenden Seminarthemen (Trends erkennen, das „Heilige Gral-System“ und so weiter) bieten wir in unserer Veranstaltung exklusive Einblicke in die Trading-Strategien und Ansätze. 5) Was ist der Unterschied zwischen Ihnen und vielen anderen Tradern, die aufgegeben haben? Geld wird an der Börse mit harter Arbeit verdient. Harte Arbeit bedeutet, sich täglich mit seinen Schwächen auseinanderzusetzen, niemals mit dem Lernen aufzuhören und die nötigen Fähig- keiten zu trainieren, um erfolgreich zu traden. Die Börse holt einen immer auf den Boden der Tatsa- chen zurück. Wir haben jahrelang unzählige Bücher gelesen, tausende Blogposts erstellt, täglich den Handelsschirm beobachtet, Seminare besucht, Konten gegen die Wand gefahren, Interviews mit Tradern geführt, bei einem bekannten Hedgefonds in New York City getradet und nun wird unser erstes Buch veröffentlicht: „Daytrading: schnell, schnel- ler, Scalping“. Nach Jahren an der Börse können wir mit Recht sagen: Day Trading ist die schnellste und aufregendste Form des Börsenhandels. Wir sind fasziniert von der Börse und das ist auch der Grund, warum wir uns immer wieder neuen Herausforde- rungen stellen und nie aufgeben wollen. Philipp Schröder / Valentin Rossiwall „Rohstoffe, Aktien & Optionen: Trends handeln, Positionen absichern, High Frequency Trading besiegen“ 18. November 2010, 10:00 bis 13:30 Uhr Preis: 249 Euro
Wer etwas über Volkswirtschaftslehre und Government Policies lernen will sollte sich dieses Video ansehen. Ich musste es in meiner Economics Class auf der Universität ansehen. ;-)
Hedgefund-Größe Stan Druckenmiller (http://en.wikipedia.org/wiki/Stanley_Druckenmiller) ist in Pension gegangen. Die News ist alt aber einen zweiten Blick wert. Druckenmiller, Multimilliardär und Trader der so ziemlich alle Marktphasen durchlebt hat, die es bisher gab (mal abgesehen von den 1930er Jahren) hat beiläufig ein Statement bzw. Gründe für seine Pension genannt die die meisten Leute ohne Nachzudenken aufgenommen haben. Druckenmiller führt an, dass er in den letzten 3 Jahren einfach keine Gelgenheiten für (ausreichend) Profite finden konnte. "KEINE GELEGENHEITEN FÜR PROFITE" Dieses Statement von einem der erfolgreichsten Männer in der Investmentbranche. Was hat sich so fundamental geändert, dass ein Mann wie Druckenmiller seiner Frustration freien Lauf lässt und "das Handtuch wirft"? Heute haben wir im im Fund in unserer täglichen Marktbesprechung nach dem Close einen Vortrag. Ein ganz besonderer Redner: Joshua Brown, Chef von "http://www.thereformedbroker.com/" (Auch aus der Stocktiwts Community bekannt!) . Seine Vorlesung drehte sich genau um dieses o.g. Thema: Der "neue" Markt - wie wir Herausforderungen und Ausblick. Joshua führte heute zu Recht an das wir uns in Zeiten einer "Hyperkorrelation" befinden. Die "alten" Regeln gelten nicht mehr. Ende. Der Gesamtmarkt (Commodities, Bonds, Aktien usw.) verhält sich wie ein einziger, riesiger ETF. Zitat Josh: "It's all a giant ETF - the "same" game is a new game now" Doch worum geht es genau? In meinem letzten Artikel über HFTs:"http://www.daytrading.de/2010/09/high-frequency-trading-und-der-einfluss-auf-das-daytrading/" habe ich erläutert welche technischen Rafinessen den Markt in den letzten Jahren so gravierend geändert haben. Einige Trader, die noch vor wenigen Jahren erfolgreich gehandelt haben kommen nun ins "Straucheln". Die Profitabilität leidet, die Gewinne sind längst nicht mehr so groß wie früher. Technische Analyse versagt immer öfter und der durchschnitts-Retail Trader kämpft gegen ungleiche Gegner. "Yesterdays's Trade might not work today!" Was ist passiert? Betreiben wir nun etwas HFT-Bashing. Neuerdings scheinen die Standardausreden für schlechte Trades folgende zu sein: "Das Systemtrading besiegt mich", "HFTs cut me on both sides (bid and ask)", "Orders match faster then i can see" etc. etc. Kern der Sache: Algorithmen der Big-Player verarschen den Retailtrader (oder den kleinen Trader im Hedgefund) und "spielen" mit den Marktteilehmern die kaum eine Chance gegen die Geschwindigkeit haben. Setups die sich früher in Tagen entwickelt haben laufen jetzt innerhalb von Stunden ab. Alles ist schneller geworden und der Anspruch an das Trading ist gestiegen. Der politischen Debatte um ein Verbot der HFTs wird mit dem Über-Argument: "HFTs schaffen doch Liquidität" ein scheinbar unschlagbares Pro entgegnet. Doch schaffen HFTs wirklich Liquidität? Ich sage nein. Volumen sollte man nicht mit Liquidität verwechseln und HFTs machen genau das Ggenteil. Kurzer Rückblick zum 6 Mai 2010 - Flash Crash. Der Dow Jones stürzt um 300 Punkte ab und der Markt sackt kurz darauf um weitere 700 Punkte in sich zusammen. Warum so schnell und was ist der Grund? Insides aus der Branche bestätigen heute: Die HFTs haben sich einfach abgestellt und genau in dem Moment in dem Liquidität am meisten gebraucht war den "Schwanz" eingezogen. Das sorgte dafür das mangels Liquidität solche Kursbewegungen möglich waren. HFTs übernehmen mittlerweile über 70% des Handels an der NYSE und man könnte meinen der Trend sei ungebrochen. Das Problem welches wir kommen sehen ist allerdings interessant. HFTs benötigen menschliche Ineffizienzen um profitabel handeln zu können. Je weniger Retail-Investoren und Trader am Markt aktiv sind (durch Frustration) desto mehr HFT-Systeme "kämpfen" gegeneinander. Irgendwie klingt das wie Transformers - ist auch ein bisschen so. Was dabei rauskommt ist eine große Masse von Nichts. Wir traden bereits nach dem Open den Markt nicht mehr bis 1 Stunde vor dem Close weil sich in der Mittagszeit die Roboter untereinander austoben und so laut Statistik die unprofitabelste Handelszeit des Tages entsteht. Warum also partizipieren? Nicht mit uns. Warum werden denn HFTs nicht einfach abgeschafft? Die Wurzel des Überls liegt im System selbst. Seitdem die NYSE "full profit" gegangen ist und profitorientiert arbeitet (ganz im Gegensatz zu früher - da war die NYSE einfach nur ein Handelsplatz ohne Profitorientiereung und nur "der Sache wegen")...steigt die Anzahl der HFTs ins unermessliche. Warum? Weil die Börse so Ihr Geld verdient! Wir waren gestern auf dem Floor der NYSE - dort tummeln sich nur noch eine Hand voll Trader und wenn man wollte dann könnte man dort eine Rollschuhbahn errichten. Der überwiegende Teil der Protagonisten sind Fernsehteams die für unsere beliebten Börsenmedien täglich live Senden und Educated Guessing betreiben. In Zeiten niedriger Börsengebühren muss der Handelsplatz also anders verdienen: Es werden Co-Location Plätze verkauft (für die Systeme die dann die beste Anbindung an die Börse haben und so einen Informationsvorteil / Zeitvorteil in der Ausführung haben). Kamerateams zahlen auch fleißig und überhaupt wird alles zu Geld gemacht was der Name "NYSE" hergbit. Die NYSE ist nicht länger Wächter und Gesteller des "fairen Marktes" sondern verkauft Serverplätze für die Computersysteme von $JPM, $GS oder sonstwehm. (mehr dazu s. hier: "http://en.wikipedia.org/wiki/Diminishing_returns" Anyways: Was kann der Trader tun? Wer sich nicht anpasst verliert! Das trifft auch auf diese Zeiten zu. Trader müssen sich des "adative leaps" bewusst sein und die neuen Gegebenheiten hinnehmen. In jeder Herausforderung liegt eine neue Chance. Arbitrage lässt sich nicht mehr profitabel handeln (in den meisten Fällen...) - die Computer entdecken die Ineffizienzen zu schnell. Ein Schritt wäre es bereits nicht mehr mit Market-Orders zu handeln sondern nur noch mit Limits. Die HFTs nehmen Ihre market order und verkaufen Sie Ihnen wieder (überspitzt gesagt...) so können Sie nur verlieren. Die Geschichte wiederholt sich immer! In den 1999 Jahren (im Tech Boom) gab es quasi nur eine handvoll Internet-Stocks. Riesige Stock-Broker sprossen wie heute Starbucks aus dem Boden nur um eine Schnittstelle für den Jedermann zu kreieren der sein Erspartes gerne in den "Tech Boom" stecken wollte. Ein Gelddrucker (über ein paar Monate...) für die Stock-Broker die jeden Tag Profite einsammeln konnten - bis die Blase platzte. Viele gingen Pleite - einige überlebten. Es überleben immer die, die sich anpassen können (im Tierreich gibt es viele Beispiele - ebenso in der menschlichen Evolution). Das Credo lautet also: "Observe and Adapt" Trader brauchen neue Tools, Tools mit denen Sie auf Augenhöhe mit den Maschinen der Großbanken sind. Das bedeutet: niedrige Commissions, schnelle Ausführung und Zugang zu allen Informationen um den Markt an der Quelle zu beurteilen (Level 2, Inside Market, Open Book etc. etc.). Nur wer hier ansetzt hat eine reelle Chance zu gewinnen. Derivatehändler á la CFDs haben denkbar schlechtere Chancen denn hier ergibt sich noch eine zusätzliche Hürde: hohe Kosten, schlechte Daten und marktferne Informationen. Trader müssen zwangsläufig professioneller werden um langfristig zu gewinnen - doch wir sehen es gerade selbst: es ist problemlos möglich wenn man harte Arbeit investiert. Es macht sogar Spaß die Algorithmen mit Ihren eigenen Waffen zu schlagen - Computer sind einfach nicht so flexibel und plastisch wie menschliche Gehirne - gottseidank. Auf Grund seiner Anpassungsfähigkeit wird der ernsthafte Trader langfristig siegen. "Observe and Adapt!" Happy Trading, PHILIPP