Ich kenne zwei Möglichkeiten um an den Märkten Geld zu verdienen: Zum einen spekuliert man auf Übertreibungen und Trends und zum anderen Kauf oder Verkauft man zu fundamental nicht gerechtfertigten Preisen und bleibt seinen Positionen treu bis sich die grundlegende Situation ändert oder die Preise nachgezogen sind. Im letzteren Fall handelt es sich um Investing und im ersteren Fall um Trading. Bei Rohstoffen haben wir gerade eine Übertreibung nach unten, die ich für Ungerechtfertigt halte und sehe hier eine ausgezeichnete Investmentchance. Warum? Langfristig gesehen regelt Angebot und Nachfrage den Preis der Märkte. Ein Bullenmarkt kommt zustande, wenn das Angebot zurück geht und die Nachfrage steigt. Genau das ist derzeit der Fall. Der Knackpunkt ist, dass Rohstoffen nicht sehr schnell nachproduziert werden können und das Angebot weltweit schneller steigt als mehr Rohstoffe erzeugt werden können. Das kann sogar in einer Rezession der Fall sein, was auch die Tatsache beweist, dass es in Krisenzeiten Rohstoff - Bullenmärkte gegeben hat. In Rohstoffen sind die Zyklen lang, weil es auch lang dauert, bis neue Ressourcen erschlossen sind. Nehmen wir an, wir wollen ins Bleigeschäft einsteigen, dann müssen wir zunächst einmal Bleivorkommen finden, dann das Geld für den Bau der Bleigrube. Jetzt kommen die Gewerkschaften, die Umweltschützer und der Staat. All das dauert Jahre! In der Zwischenzeit gehen die Vorkommen anderer Gruben zur Neige während die Nachfrage steigt. Warum glaube ich, dass die weltweite Nachfrage steigt? Der Hauptgrund dafür ist die Entwicklung Chinas. China hatte viele erfolgreiche Phasen im Laufe seiner Geschichte. Es gab natürlich auch katastrophale Etappen. Als ich letztes Jahr in Taiwan war habe ich erneut gestaunt was für einen Drive die Asiaten haben. Die Chinesen scheinen sehr erfolgreiche Kapitalisten zu sein. Sie arbeiten hart, sparen viel und investieren viel. Es gibt 1,3 Milliarden Chinesen in China, dazu kommen mehrere 100 Millionen, die außerhalb Chinas leben. Es wird massive Auswirkungen haben, wenn 1,3 Milliarden Chinesen Auto fahren, eine Klimaanlage besitzen, modische Kleider kaufen. Es liegt einfach auf der Hand, dass es große Konsequenzen für die Märkte haben wird wenn 1,3 Milliarden Konsumenten in den Weltmarkt treten! Betrachtet man Asien als Ganzes, sind es sogar 3 Milliarden neuer Konsumenten. Die Chinesen BRAUCHEN Rohstoffe. Nur eine kleine prozentuelle pro Kopf Änderung der Nachfrage an Rohstoffen bei Chinesen hat bei der Gesamtnachfrage an Rohstoffen dramatische Auswirkungen. Ein Beispiel: Das US Unternehmen AGResource, welches „Agriculture Forecasting“ betreibt, hat ausgerechnet was passiert, wenn jeder Chinese nur einen Teelöffel Sojaöl pro Jahr konsumiert: Die weltweite Nachfrage an Sojaöl würde sich verdoppelt! Die Leute interessieren sich nicht für Titel die nach unten gehen. Sollten sie aber. Das kurzfristige Hin und Her der Rohstoffpreise ist nur das Rauschen von Wellen, die man lediglich als Einstieg für Investments nutzen sollte. Folgende Charts sprechen Bände. Ich habe zwei Rohstoffindizes ausgewählt: Zum einen den http://en.wikipedia.org/wiki/Rogers_International_Commodity_Index und zum anderen den http://en.wikipedia.org/wiki/Dow_Jones-AIG_Commodity_Index.
Valentin (wertpapierhandel.blogspot.com) habe ich gebeten, einen Artikel zu Roöhlinvestments zu schreiben! Fleißig und zuverlässig habe ich Ihn bekommen und veröffentliche seine Zeilen hiermit. Viel Spaß beim Lesen und Besten Dank, Valentin! ----- Wie investiert man am besten in Öl? ACHTUNG, folgende Informationen sind keine Kaufempfehlungen! Rohstoffengagements sind nicht ganz so einfach wie es scheinen mag. Grundsätzlich ist das Problem bei allen Rohstoff-Investments das gleiche: Im Gegensatz zu Aktien muss der Anleger bei Investments in Öl den Umweg über die Terminbörse gehen. Daher beziehen sich die meisten Handelsinstrumente auf Futureskontrakte. Hier kommt es zu einem Problem: Die Laufzeit der Futures ist von vornherein begrenzt. Futureskontrakte müssen daher während längerfristigem Halten regelmäßig getauscht werden. Bei diesem Wechsel können zusätzliche Verluste oder Gewinne entstehen. Entscheidend hierfür ist der Verlauf der Forwardkurve. Bei einer steigenden Kurve (Contango) sind die früher fälligen Kontrakte billiger als die Futures mit längeren Laufzeiten. Das heißt, der Investor erwirbt mit den „neuen“ Futures weniger Öl. So kommt es zu „Rollverlusten“, welche bei den Produkten meist in die Performance eingepreist werden. Das heißt, man kann beim Öl mit Handelsinstrumenten wie ETC’s auch dann Verluste machen, wenn der Ölpreis steigt! Das Gegenteil ist Backwardation – es kommt zu Gewinnen. Bei Öl gab es auch immer wieder Phasen mit länger andauernden Rollgewinnen in Backwardation Phasen. Die schlechte Nachricht ist, dass für die nächste Zeit die Forward Kurve nicht gut aussieht: http://finance.yahoo.com/q/fc?s=CLG09.NYM Aber das Jahr ist lang und die Futurepreise können auch wieder enger zusammenrücken. Welche Möglichkeiten bleiben dem Investor? Das kommt auf den Zeithorizont der Anlage und die Risikobereitschaft des Investors an. Leider gibt es keine ETF’s auf Öl. Auch wenn im Internet ETF’s auf Öl zu finden sind, sind die nach meinem Wissen immer ETC’s. Bitte genau das Produkt ansehen! Bei www.godmode.trader.de ist folgender ETC beispielsweise als ETF gelistet, obwohl es keiner ist. http://www.godmode-trader.de/de/etf/ETF-Brent-Oil-Securities-OESA-DE000A0KRKM5,i195520,a818811.html ETF / ETC’s (Exchange Traded Commodities) Exchange Traded Commodities - kurz ETCs - bilden die Wertentwicklung von Rohstoffen ab. Ihre Preisbildung ist entweder an deren Spot-Preis oder an einen darauf bezogenen Futures gekoppelt. ETCs werden gehandelt wie ETFs. Rechtlich gesehen stellen ETCs jedoch unbefristete, besicherte Schuldverschreibungen des jeweiligen Emittenten dar und nicht Sondervermögen in Form einer Fondsstruktur. Kurzfassung: Wenn der Emittent Pleite geht ist dein Geld weg! Es gibt keine ETC’s ohne einen Future als Basiswert, d.h. hat man immer die Rollgewinne oder Verluste. In den USA ist der US Oil Fund (ISIN: US91232N1081) eine gängige Variante um auf Öl zu spekulieren. Die Fondsgesellschaft von USO hat das Problem der Rolleffekte erkannt und den US 12 Month Oil Fund (ISIN: US91288V1035) aufgelegt, der gleichmäßig über die Fälligkeiten eines Jahres investiert ist. Ich wollte mir eine kleinere Position bei diesem ETC kaufen und konnte das Papier bei meinem Broker nicht ordern. Die Begründung war, dass diese Art der Fonds aus rechtlichen Gründen nicht in Deutschland und Österreich gehandelt werden dürfen. Eine Übersicht aller in Deutschland gehandelten ETC's gibt es hier: http://www.boerse-frankfurt.de/DE/index.aspx?pageID=149 Für Öl gibt es derzeit einige Produkte des Emittenten ETF Securities. Infos auf der Seite: http://www.etfsecurities.com/ Der ETFS Crude Oil bezieht sich auf einen Index mit an der Nymex in New York gehandelte Futures (WKN A0KRJX). Außerdem gibt es sowohl einen ETC für Rohöl der Sorte Brent, der ETFS Brent Oil (WKN A0KRKM) und einen für die Sorte WTI, der ETFS WTI Oil (WKN A0KRKN). Seit Juni 2008 gibt es auch die Möglichkeit mit ETCs auf fallende Kurse zu setzen, bzw. das Investment zu hebeln. Bitte auch währungsbedingten Risiken beachten, wenn der ETC in Fremdwährungen notiert! Zertifikate Eine weitere Möglichkeit bieten Zertifikate. Mir gefallen die Zertifikate wegen der hohen Gebühren und des Emmitentenrisikos nicht. Der Emmitent hat übrigens das Recht den Betrag jederzeit auszuzahlen und das Produkt aus dem Handel zu nehmen. Unternehmen der Ölindustrie kaufen Für längerfristige Anlagen eignet sich der Kauf von Aktien von Öl - Unternehmen. Ein paar Unternehmen die in Frage kommen könnten: Exxon, BP, Shell, Texaco, Connocophilipps, OMV… Eine Möglichkeit wäre auch sich einen Branchen ETF auf den Energiesektor zu kaufen, wie etwa auf den Amex Oil Index. Der Amex Oil Index ist eines der bedeutendsten Börsenbarometer im Energiesektor. Er beinhaltet die Aktien von 13 wichtigen Ölkonzernen aus den USA und Europa. Hierzu zählen bekannte Ölmultis wie BP, Exxon Mobil, Chevron oder Total. Genau wie bei anderen Amex-Indizes gehen auch beim Amex Oil die Mitglieder zu gleichen Gewichten in die Berechnung ein. Futures/CFD’s Man kann auch direkt Futures kaufen, dazu braucht man jedoch einen Broker der dies ermöglicht. Über CFD’s kann man auch Öl Kontrakte handeln, jedoch sind hier die Kosten für langfristige Engagements hoch. (Contango, Finanzierungskosten, Transaktionskosten jeweils beim An/verkauf der neuen Kontrakte bei Fälligkeit) Mein Fazit: Aufgrund der aktuellen Situation am Futuresmarkt lasse ich die Finger großteils von ETC’s, kaufe Aktien von Unternehmen der Ölindustrie und spekuliere mit CFD’s gegebenen Falls aktiv kurzfristige Aufwärtstrends. Sobald sich die Contango Situation ändert und der Ölpreis noch attraktiv ist werden auch ETC’s interessant. Good trades, Valentin Rossiwall www.wertpapierhandel.blogspot.com