Wer sich noch erinnert hab ich in dem Artikel über Rohstoffe geschrieben, dass es bei vielen Rohstoffen wahrscheinlich ist das wir eine Angebot/Nachfrage Inbalance haben werden und die Folge davon wahrscheinlich ein Bullenmarkt sein wird. Vor kurzer Zeit habe ich über Zucker auf Bloomberg einen interessanten Artikel gelesen in dem es darum geht, dass Indien (weltweit größter Nachfrager von Zucker) derzeit genau dieses Problem hat. Die Produktion ist auf ein Vierjahrestief gefallen und Indien muss nun verstärkt Zucker importieren. Es wird sogar überlegt Beschränkungen auf den Handel von Zucker Futures aufzusetzen. „The government in February allowed duty free imports of raw sugar until September for processing and sale locally, and last week eased rules further by extending the tax break to refined sugar, to bridge the shortfall. It has also placed limits on the amount of sugar traders can hold. Prices have spurted because of “supply-demand” mismatch, said B.C. Khatua, chairman of the Forward Markets Commission, which regulates the nation’s 22 commodity exchanges. „ Mehr dazu auf Englisch unter http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=20601091&sid=atMO6cjLApAQ&refer=india Einen weiteren Indiz für eine Inbalance gab mir folgende Meldung: „Reuters reported that India’s 2008/09 sugar crushing has ended earlier than expected due to a shortage of sugar cane, leaving the total output at “14.2 million” tonnes, which is 8.4% lower than the 15.5 million tonnes output estimated by Indian Sugar Mills Association last month.„ Um einen Überblick der Zuckerpreise zu bekommen hier ein Link zu der langfristigen Entwicklung des Zuckerpreises. http://www.futuresbuzz.com/sugarlt.html Im Moment ist der Zuckerpreis irgendwo bei 14 Cent. Wir sind also ca. 80% entfernt vom letzten All-time-high in Zucker. Jeder der glaubt mit Rohstoffinvestments könnte man kein Geld verdienen sollte sich einmal ansehen was zwischen 1966 und 1974 passiert ist: Die Zuckerpreise haben sich verfünfundvierzigfacht! Von 1.6 Cent auf 66 Cent. Kann man das mit Aktieninvestments erreichen? Ich glaube nicht, außer man erwischt eine nächste Microsoft Aktie. Jedoch, wie wahrscheinlich ist es, aus tausenden von Aktien gerade die nächsten Highflyer zu erwischen? Da ist es wahrscheinlicher sich auf die richtigen Märkte in der richtigen Zeit einzulassen und dort fundamental gerechtfertigt einige ausgewählte Assets zu halten. In meinen Augen sind wir bei Zucker am Ende vom Anfang eines Bullenmarktes. Man darf gespannt sein.
Auf www.marketwatch.com habe ich einen Artikel gelesen, welcher auf eine neue Studie von S&P verweist, die zum Ergebnis kommt, dass mehr als 70% der Large-Cap Fondsmanager, welchen den S&P 500 als Vergleichsindex wählen, diesen über die letzten 5 Jahre nicht schlagen konnten. Das klingt ziemlich bitter. Für mich stellt sich die Frage: Kann man als Privatanleger die Benchmark schlagen? Ich behaupte ja und teile die Meinung, dass man das mit ausgewählten wenigen Titeln kann. Warum? Weil jeder eine Timingstrategie entwickeln kann, die ihm sagen wird wann er die Finger von Einzeltiteln lassen sollte und wann er einstiegen sollte.Wendet er diese Strategie konsequent an wird er in größeren Abwärtstrends nicht dabei sein. Fondsmanager haben es hier schwer. Sie müssen in der Regel immer investiert sein. Wer 2008 gar nicht oder nur wenig in Aktien investiert hat, hat damit die Benchmark geschlagen. Ein Fondsmanager hat es schwer ein Jahr lang nichts zu tun, da er in der Regel von Provisionen lebt. Jeder kann ein paar wenige Titel finden deren Geschäft er versteht und dadurch beurteilen ob es wahrscheinlich ist, dass das Geschäft weiterhin profitabel laufen wird. Jeder kann lernen durch einige elementare Unternehmenskennzahlen die Gesundheit eines Unternehmens in Kürze überblicksmäßig zu beurteilen. Henry Ford hat keine Diversifikation betrieben, Bill Gates auch nicht. Jeder der die letzten 2 Jahren Diversifiziert hat, hat Geld verloren. Warum sollte man das tun? Buy and Hold ist tot. Damit wurden im letzten Jahr die Gewinne der letzten Jahre mit einem Schlag wieder abgegeben. Hier der Link zu dem Artikel: http://www.marketwatch.com/news/story/indexes-beat-most-actively-managed/story.aspx?guid={238A7E65-8D18-4D84-A4C7-13B6EB9631E9}&dist=SecMostMailed The way to get rich is to put your eggs in one basket, but watch that basket very carefully. And make sure you have the right basket....
Ich kenne zwei Möglichkeiten um an den Märkten Geld zu verdienen: Zum einen spekuliert man auf Übertreibungen und Trends und zum anderen Kauf oder Verkauft man zu fundamental nicht gerechtfertigten Preisen und bleibt seinen Positionen treu bis sich die grundlegende Situation ändert oder die Preise nachgezogen sind. Im letzteren Fall handelt es sich um Investing und im ersteren Fall um Trading. Bei Rohstoffen haben wir gerade eine Übertreibung nach unten, die ich für Ungerechtfertigt halte und sehe hier eine ausgezeichnete Investmentchance. Warum? Langfristig gesehen regelt Angebot und Nachfrage den Preis der Märkte. Ein Bullenmarkt kommt zustande, wenn das Angebot zurück geht und die Nachfrage steigt. Genau das ist derzeit der Fall. Der Knackpunkt ist, dass Rohstoffen nicht sehr schnell nachproduziert werden können und das Angebot weltweit schneller steigt als mehr Rohstoffe erzeugt werden können. Das kann sogar in einer Rezession der Fall sein, was auch die Tatsache beweist, dass es in Krisenzeiten Rohstoff - Bullenmärkte gegeben hat. In Rohstoffen sind die Zyklen lang, weil es auch lang dauert, bis neue Ressourcen erschlossen sind. Nehmen wir an, wir wollen ins Bleigeschäft einsteigen, dann müssen wir zunächst einmal Bleivorkommen finden, dann das Geld für den Bau der Bleigrube. Jetzt kommen die Gewerkschaften, die Umweltschützer und der Staat. All das dauert Jahre! In der Zwischenzeit gehen die Vorkommen anderer Gruben zur Neige während die Nachfrage steigt. Warum glaube ich, dass die weltweite Nachfrage steigt? Der Hauptgrund dafür ist die Entwicklung Chinas. China hatte viele erfolgreiche Phasen im Laufe seiner Geschichte. Es gab natürlich auch katastrophale Etappen. Als ich letztes Jahr in Taiwan war habe ich erneut gestaunt was für einen Drive die Asiaten haben. Die Chinesen scheinen sehr erfolgreiche Kapitalisten zu sein. Sie arbeiten hart, sparen viel und investieren viel. Es gibt 1,3 Milliarden Chinesen in China, dazu kommen mehrere 100 Millionen, die außerhalb Chinas leben. Es wird massive Auswirkungen haben, wenn 1,3 Milliarden Chinesen Auto fahren, eine Klimaanlage besitzen, modische Kleider kaufen. Es liegt einfach auf der Hand, dass es große Konsequenzen für die Märkte haben wird wenn 1,3 Milliarden Konsumenten in den Weltmarkt treten! Betrachtet man Asien als Ganzes, sind es sogar 3 Milliarden neuer Konsumenten. Die Chinesen BRAUCHEN Rohstoffe. Nur eine kleine prozentuelle pro Kopf Änderung der Nachfrage an Rohstoffen bei Chinesen hat bei der Gesamtnachfrage an Rohstoffen dramatische Auswirkungen. Ein Beispiel: Das US Unternehmen AGResource, welches „Agriculture Forecasting“ betreibt, hat ausgerechnet was passiert, wenn jeder Chinese nur einen Teelöffel Sojaöl pro Jahr konsumiert: Die weltweite Nachfrage an Sojaöl würde sich verdoppelt! Die Leute interessieren sich nicht für Titel die nach unten gehen. Sollten sie aber. Das kurzfristige Hin und Her der Rohstoffpreise ist nur das Rauschen von Wellen, die man lediglich als Einstieg für Investments nutzen sollte. Folgende Charts sprechen Bände. Ich habe zwei Rohstoffindizes ausgewählt: Zum einen den http://en.wikipedia.org/wiki/Rogers_International_Commodity_Index und zum anderen den http://en.wikipedia.org/wiki/Dow_Jones-AIG_Commodity_Index.